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Start in Uruguay

AMS-UY

Am 28. September `23 hat der zweite Abschnitt des Abenteuers PanAmericana mit der Landung in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays begonnen. In den kommenden Wochen geht die Fahrt nach Argentinien, zur Halbinsel Valdez und von dort an der Küste des Atlantik weiter nach Süden, durch Patagonien bis zum südlichsten Ende aller Kontinente auf dieser Erde: Feuerland, der Tierra del Fuego.

Da ich vom kostbarsten menschlichen Gut, Zeit, jedoch reichlich zur Verfügung habe (bis auf die Unwägbarkeiten, die niemand von uns planen kann...), ist jetzt erst einmal "ankommen und innehalten" angesagt. Wirklich begreifen und fühlen, daß ich mit zwei Flügen meine mir bekannte Welt in einer 17 Stunden langen Nacht (Überquerung von 5 Zeitzonen) verlassen ... und dabei den riesigen Atlantik und den größten Regenwald der Erde, den Amazonas Dschungel, diagonal überquert habe. Nach der Landung in Montevideo geht es wie auf jedem Airport dieser Welt, durch die PBB (Passenger Boarding Bridge), der Fluggastbrücke, in die Ankunftshalle zur Einreise, weiter zu den Bändern der Gepäckausgabe und der folgenden Zollkontrolle. Bis zu diesem Moment wird einem kaum bewußt, daß man seine bekannte Welt verlassen hat. Dann der Augenblick, in dem sich die Glastüren der Ankunftshalle öffnen und den ersten Blick auf die neue, die andere Welt erlauben. Nichts mehr von dem Abgasgestank und der lärmenden und quirligen Hektik am Abflugterminal in Düsseldorf.
Dann die Taxifahrt zum Wanderer ... vorbei an sonnenbeschienenen Platanen und Eukalyptusbäumen, Pferden, die auf riesigen und leeren Koppeln das saftige Grün fressen und eine Weite, die in der Enge Deutschlands kaum noch vorstellbar ist...

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ein Blick zurück

Natürlich bin ich zu Hause in den letzten fünf Monaten immer wieder gefragt worden, wie`s denn war? Mit großer Begeisterung habe ich dann versucht, die fantastischen Erlebnisse der ersten sieben Monate in Südamerika zu schildern. Wenn ich dann aber Mitleid-heischend und herausstellend, was ich doch für ein tapferer und starker Held bin, auch von den kleinen & großen Niederschlägen oder von der nur schwer nachvollziehbaren Arbeit hinter solchen Reisen erzählte, konnte ich in den Augen meiner Zuhörer auch so manches Mal ablesen, daß "so ein Stress" nicht unbedingt sein muß ... und dann frage ich mich selbst nicht zum ersten Mal, warum ich nicht daheim und in "Sicher- und Geborgenheit" bleibe? Hier ein kleiner Teil der Antwort... smiley_zwinkern

..ein ganz normaler Tag, irgendwann im Sommer, zu Hause, in Deutschland. Das für heute angesetzte Pensum an Recherchen, Vorbereitungen und Einkäufen ist erfolgreich erledigt und jetzt will ich noch den herrlichen Sommer-Sonnenschein auf dem Balkon genießen. Der Kindle ist aufgeklappt und schon nach einer Minute bin ich wieder voll in der spannenden Story. Neben mir steht noch ein frischer Kaffee und ich schmunzele - es sind nur noch 2-stellige Tage, bis ich wieder in Südamerika bin ... als an meinen Ohren die Welt mit einem hochtourigen Dröhnen explodiert! SCH... was ist denn jetzt wieder? Gestern erst sind mir in der Sonne auf der Liege die Augen zugefallen, als sich etwas so intensiv wie ein Zahnarztbohrer aber so groß wie eine Tunnelbohrmaschine direkt in meinen Schädel gerammt hat.Smiley nervtötend Es waren die lieben Nachbarn, die sich eine Markise an unserer Hauswand haben anbringen lassen ... Was jetzt? Wollen sie sich etwa nach Australien durchbohren? Als ich mich über das Balkongeländer lehne, sehe ich es, nein, es sind nicht die Nachbarn, jedenfalls nicht die von gestern, es sind die anderen ... und vor ihrem Garten steht auch wieder der weiße Lieferwagen der Gartenbaufirma die sie immer wieder bestellen, weil ihnen die Arbeit in ihrem eigenen Garten inzwischen zu anstrengend geworden ist. Es sind, wie üblich, gleich zwei der Gartenbauprofis, einer mit `nem Kantenschneider und der andere mit einer ausladenden Heckenschere. Wie es bei Profis so üblich ist, natürlich nicht mit kleinen, grünen Gardena-Maschinen-Spielzeugen die ein Verlängerungskabel hinter sich herziehen, nein, natürlich mit Profi-Geräten, die mit hochtourigen 2-Takt-Motoren allen Widerständen trotzen können! Genau diese Maschinen röhren sich jetzt für die nächsten eineinhalb Stunden durch den kleinen Urwald um ihm wieder ein ordentliches und strukturiertes Aussehen zu verpassen. Beide Maschinen übertreffen sich gegenseitig in ihrem Bestreben noch höher, noch schneller und noch lauter zu dröhnen als selbst die illegal`st-getunten Rockermopeds oder die so beliebten Laubbläser, die bei jedem echten, deutschen Mann schon sehnlichst den nächsten Herbst erwarten ...

Es ist unerträglich! Selbst mit dicken Lärmschutzstöpseln in den Ohren und dem verzweifelten, meditativem Bemühen, daß Unabänderliche mit Gelassenheit hinzunehmen. Als dann irgendwann endlich wieder Ruhe eintritt, wage ich es kaum zu glauben und erst ein erneuter Blick über das Balkongeländer bringt die ersehnte Erleichterung als ich sehe, wie die beiden Profis ihre Geräte wieder zusammenräumen. Ich pflücke mir die Stöpsel aus den Ohren und gönne mir zur Feier noch `ne Tasse Kaffee. Nur ganz langsam regeln sich wieder die normalen, gewohnten Hintergrundgeräusche in mein geschundenes Bewußtsein. Es sind diese, ach so lieblichen, Rasenmäher derjenigen Nachbarn, die die günstige Gelegenheit genutzt haben, um ihre eigenen Hobbygeräte aus dem Schuppen zu ziehen...

Es ist dieses nie versiegende weiße Rauschen der Autobahn im Hintergrund und das mittelalterliche Tatü-Tata der deutschen Polizei- und Rettungswagen, die mir die Assoziation von beamteten Fahrern mit preußischen Pickelhauben hinter den Lenkräder schenken. Es ist dieses dumpfe und durchdringende Wummern großvolumiger amerikanischer Motorräder beim Beschleunigen, welches in direkter Proportion zur Potenz der Fahrer steht, ja, es ist sogar das zarte, kaum zu hörende Zwitschern von zwei oder drei Vögeln die es geschafft haben, bis hierhin zu überleben.

Ach, ist es nicht schön zu Hause in Deutschland zu sein? Was mir jetzt noch zum perfekten Glück fehlt, ist ein vorbeifahrender Rentner auf seinem E-Bike mit einem kleinen, aber leistungsstarkem Radio am Lenkrad aus dem Freddy Quinn ertönt.

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Lebenszeichen aus einer anderen Welt

Es ist mittlerweile schon zwei Wochen her, daß ich das heimatliche Deutschland verlassen habe und der eine oder andere Daheimgebliebene erwartet so ganz langsam meine epischen Lebenszeichen aus Südamerika. Nach der Lektüre des oberen Kapitels wird aber vielleicht deutlich, daß ich mir erst einmal einen "Urlaub" verschrieben habe ... vor allem, weil die letzten Tage auch nicht gerade die größte Erholung waren. Nach Koffer packen, Wohnung aufräumen, Wohnung übergeben, Fahrt zum Flughafen, Check-in, Sicherheitskontrolle, und Boarding folgten die ersten 3 Stunden Flug nach Madrid. In den 2 Stunden Aufenthalt waren dann über 40 Minuten "Anreise" zum interkontinentalen Terminal dieses Großflughafens zu Fuß, über Laufbänder, Rolltreppen und sogar einem Flughafenzug angesagt bevor Mitten in der Nacht das nächste Boarding folgte ... und danach die nächsten 13 Stunden mit nicht sehr erholsamem Schlaf (ist halt so ... im Flieger kann ich leider nicht wirklich schlafen...) bis Montevideo. Nach der nächsten Stunde mit Einreise, Gepäckausgabe und Zoll folgte eine weitere Stunde mit dem Taxi bis nahe Solis de Mataojo. Dann konnte ich endlich den Wanderer wieder übernehmen, der die letzten 5 Monate sicher auf seinem Hallenplatz vor sich hingedöst hat.
Ruhe und Entspannung sind aber immer noch nicht angesagt. Jetzt müssen zwei riesige Koffer und das Bordgepäck, zusammen über 50 Kilogramm mit Ersatzteilen, Verschleißteilen, Wartungsteilen und, na ja, auch `nen paar Unterhosen und T-Shirts sinnvoll im Truck verladen werden. Dann, ja jetzt wirklich, ist erstes, vorsichtiges Entspannen angesagt... nur dabei ja nicht einschlafen! Wenn ich jetzt einschlafe, wache ich durch die Zeitverschiebung um 2 Uhr nachts auf und dann ...? Also ist Zähne zusammenbeißen angesagt und erst um 2200 Ortszeit erlaube ich mir, eine letzte Runde um den Wanderer zu machen und den unglaublichen Sternenhimmel der Südhalbkugel zu bewundern. Dann erst lasse ich mich im hellen Schein des Vollmonds in mein Bett sinken und genieße wahrlich den Schlaf des Gerechten!

Der nächste Tag beginnt, na klar, mit Arbeit. Der Wanderer muß fahrfertig gemacht werden und es folgen die ersten Kilometer in der sonnendurchfluteten Weite Uruguays bis Solis de Mataojo... zum Einkaufen. Alles, wirklich alles an Grundnahrungsmitteln muß beschafft und auch wieder in den Wagen verladen werden Zurück auf dem Platz bei UYStorage ist jetzt endlich, nach zwei Tagen Reise, die erste Entspannung angesagt mit herrlichem Brot und frischem Kaffee - und das unter freiem, strahlend blauem Himmel.

Nach dieser einen Stunde "Urlaub" folgt sofort die nächste, völlig ungeplante Arbeit: In Solis waren die Plantanen auf dem Bürgersteig frisch gestutzt worden und hatten leider schwer erkennbare, dennoch deutlich ausladende "Beulen" ihrer früheren Äste und eine dieser Beulen habe ich geschickterweise mit der Beifahrerwand des Aufbaus "geküßt" ... dummerweise so unglücklich, daß gleich oberhalb beider Seitenfenster deftige Kerben im Blech entstanden sind... SCH...
Den restlichen Nachmittag bin ich also damit beschäftigt, hoch oben auf meiner Leiter zu stehen und die Riefen mit Dichtmasse so zu verfüllen, daß kein Wasser eindringen kann.

 

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Der nächste Tag, Samstag, jetzt folgen die ersten geplanten Arbeiten: Vom Anbringen zusätzlicher Kleiderhaken, Ablagebechern und sonstigem Gedöns, verbringe ich auch einige Zeit unter dem Wanderer: Nach den 13.000 km des letzten Abschnitts des Abenteuers PanAmericana ist das Abschmieren des Trucks angesagt! Wie heißt es doch so treffend: "Abenteuer ist das romantische Wort für Plackerei"...
Sonntag! Ruhetag? Weit gefehlt! (Bild unten: Erst-Montage beim Bau des Wanderer)
die 14.00 R20 Monsterräder des Wanderer Es folgt über viele Stunden absolute Schwerstarbeit als turnusmäßige Wartung: Alle vier Monsterräder des Wanderer werden abmontiert und diagonal gewechselt um den Abrieb der gewaltigen Stollen der Geländereifen zu vergleichmäßigen. Klar könnte ich damit auch irgendwo in Argentinien in eine LKW-Werkstatt fahren, aber ein Radwechsel der 1,3 Meter durchmessenden Schluppen mit ihrem Gewicht von je rund 150 kg ist keine Selbstverständlichkeit ... und irgendwann erwischt es mich irgendwo in der Pampa, an einer abschüssigen Straße, bei Regen ... und dann ist Übung, Training, der beste Schutz vor fatalen Fehlern! Daher also diese Selbst-Kasteiung.

Montag, der 2. Oktober `23, ich verlasse mein Winterlager, UYStorage, und ziehe die ersten 32 km weiter, ins Paraiso Suizo. Es ist wirklich ein Gefühl wie nach-Hause-zu-kommen. Dazu tragen natürlich die herzliche Begrüßung durch Heinz & Silvia bei, genauso wie der 250 Meter entfernte Süd-Atlantik mit seinen endlosen, menschenleeren Stränden. Jetzt bin ich wirklich angekommen und kann für die nächsten Tage meinen mehr als wohlverdienten Urlaub genießen...
Damit erklärt dieses "Lebenszeichen" auch nachvollziehbar, warum nicht 3 Tage nach dem Abflug von zu Hause schon die ersten Bilder mit imposanten Landschaften, Robben oder Pinguinen folgen ...

Urlaub? Im Paradies? Na ja, nicht so ganz. Klar kommen jetzt jeden Tag ein bis zwei wunderschöne und lange Spaziergänge an den endlosen und völlig menschenleeren Stränden am Paraiso Suizo ... unter strahlend blauem Himmel und mit brennender Sonne ... mit bloßen Beinen im noch verdammt frischen Atlantik. Natürlich, aber dazwischen ist auch weiterhin Arbeit angesagt. Eine Tabelle mit dem bezeichnenden Namen "Inbetriebnahme" umfaßt immerhin 72 einzelne Punkte, vom Anbringen eines Hängeregisters im Bad über Umbau einer Umwälzpumpe an der Heizung, über Austausch der Luftfilter für den Steyr, Montage eines Einstiegsbügels, Austausch der Schläuche der Scheibenwaschanlage, Überprüfung von Ölstand und Kühlflüssigkeit bei der Yamaha bis hin zum Tausch von Kettenblatt, Ritzel und Kette bei der Yamaha usw. & usw.
Na klar, und irgend jemand muß auch noch das Essen kochen, spülen aufräumen... Heute gibt`s jedenfalls Linsensuppe mit roten, südamerikanischen Kartoffeln ...

Lupealle Bilder können -wie gehabt- mit einem Mausklick vergrößert und wieder geschlossen werden
rote, südamerikanische Kartoffeln
die roten, südamerikanischen Kartoffeln färben auch die Hände beim Schälen
 

Udo`s Linsensuppe
mein Leib- und Magengericht: Udo`s Linsensuppe

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Mitbewohnerin gesucht

Gestern habe ich im Webradio `mal wieder einen Beitrag zu den exorbitanten Mietpreisen im deutschen Wohnungsmarkt gehört. Ich war natürlich hinreichend betroffen und habe sofort daran gedacht, selbst einen bescheidenen Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarktes beizutragen. Hier also mein Angebot für eine etwas jüngere, attraktive, intelligente und vielseitig interessierte, warmherzige und -wie die Wohnung- sehr bewegliche Mitbewohnerin, vielleicht sogar mit Spanisch-Kenntnissen: Mietfreies Mitwohnen in einer gemütlichen Ein-Zimmer Wohnung in traumhafter Lage! smiley_zwinkern.png

 

 

 

Mitbewohnerin für gemütliche Ein-Zimmer Wohnung gesucht

Für meine gemütliche Ein-Zimmer-Eigentums-Wohnung biete ich einer angenehmen Mitbewohnerin mietfreies Mitwohnen in traumhafter Lage!

Das sehr hell eingerichtete Apartment hat bei einer Grundfläche von nahezu 12 m² eine vollständig eingerichtete Küche mit Kühlschrank, Gasherd mit 3 Kochflammen und Backofen sowie eine bequeme Arbeitsfläche und eine großzügige Spüle.

Die Diele ist vollständig mit echtem, warmem Teak-Schiffsboden belegt und gestattet den Zugang zum großen Doppelbett mit meist traumhafter Aussicht zu drei Seiten sowie einer großzügigen Glasdachluke mit direktem Blick auf den Sternenhimmel.

Über die Diele ist auch das "Eßzimmer" mit zwei angenehm gepolsterten Sitzbänken und dem dazwischen plazierten, beweglichen und modernen Tisch zu erreichen.

Ebenso ist über die Diele das Bad mit zwei Spiegelschränken, Waschbecken, Dusche und extrem umweltbewußter TrockenTrennToilette zu erreichen.

Last but not least erlaubt die Diele den Durchgang zur Brücke, dem Fahrerhaus der Mobilie, einem Steyr 12M18. Hier wird der Kurs angelegt um das Apartment zu immer neuen, traumhaften, exotischen und naturnahen Plätzen mit atemberaubender Aussicht zu steuern. Damit besteht auch nahezu unbegrenzter Zugriff auf zusätzliche Nutzflächen - nach Wunsch `mal Wald, `mal endlose Strände am Atlantik oder Pazifik mit der Möglichkeit zu hautnahen Tierbeobachtungen wie Walen, Seelöwen, Seeelefanten, Pinguinen und vielem mehr ... dann wieder Wüsten wie der Sahara oder Atacama mit Kondoren, Pumas, Alpacas, Lamas sowie esoterischen Ausflügen und Erkenntnissen ins eigene Selbst, daneben auch gigantischen Bergwelten wie den Anden mit ihren gletschergepanzerten, himmelhohen Bergen oder den imposanten Torres del Paine. Ebenfalls last-but-not-least auch die Abenteuer im Amazonas Dschungel oder dem Pantanal.

Besichtigung und Bezug der Mobilie jederzeit nach Abstimmung. Das Apartment ist provisionsfrei, keine Mietkosten, lediglich eine Beteiligung an den Nebenkosten für Speis & Trank.

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Einblicke ins Apartment

der Wanderer in der Wüste pix

große Dachluke im Wanderer

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Einrichtung des Wanderer

Stellplatz am Atlantik
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Lebenszeichen, Teil II

.. und dann, 2 oder 3 Tage später, bin ich ganz allein auf dem Platz! Waren bis vorhin noch eine französische Familie und ein schweizerisches Paar mit mir im Paraizo, bin ich urplötzlich der einzige Gast! Ein guter Freund zuhause in Deutschland meint dazu nur, daß Australier jetzt sagen würden: "Don`t worry mate, wenn jetzt noch 1 oder 2 Leute dazukommen, hast du schon wieder Massentourismus!"

Als ich am Nachmittag nach meinem Arbeitspensum und gleich zwei Strandspaziergängen am Wanderer sitze und mir bewußt wird, welches Leben ich jetzt wieder führe, wird mir auch wieder der Zauber dieser Welt bewußt: Ich höre NICHTS! Nichts, bis auf das leise Rascheln des Windes in den Palmwedeln um mich herum, das sanfte Rauschen des nahen Ozeans, der im Takt seiner Wellen auf den Strand aufläuft, das kaum wahrnehmbare Sirren der winzigen Kolibris, wenn sie vor einer Blüte schweben um Nektar zu trinken, das Singen der ungewohnten Vogelstimmen und naürlich das geschwätzige Geschnatter der kleinen Papageien, der Loros, die ständig in wechselnden Gruppen durch den Himmel rasen und erst verstummen, wenn sie in der Dämmerung ihre Schlafbäume aufsuchen ...

 

Paraiso Suizo von oben
das Paraiso Suizo von oben
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Blütenmeer beim Strand
Blütenmeer beim Strand

ganz für mich allein - Paraiso Suizo
ganz für mich allein - Paraiso Suizo
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Atlantikküste am Paraiso Suizo
Atlantikküste am Paraiso Suizo

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Mimi

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Heute, am Mittwoch dem 11. Oktober `23, hat mich eine sehr traurige Mitteilung erreicht.
Mimi ist heute gestorben.
 
Man sagt, daß ein Lebewesen erst dann wirklich tot ist, wenn es vergessen ist. Daher möchte ich an dieser Stelle ein ganz kleines Stückchen dazu beitragen, daß Mimi wenigstens von dem einen oder anderen Leser dieser Zeilen wahrgenommen wird - sie hat es mehr als verdient!
Ihr Leben war in ihren ersten Jahren in Chile nicht schön und leicht. Erst als sie von zwei sehr lieben Menschen aufgenommen wurde, konnte sie ihre letzten Jahre noch in Liebe und Sicherheit verbringen. Auch bekam sie die Fürsorge, die sie zuletzt immer mehr benötigte.
Ich freue mich, daß ich Mimi kennenlernen konnte und wir sind in den wenigen Monaten unseres Zusammenseins gute Freunde geworden. Auch ich werde sie vermissen und noch lange an sie denken.

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Sonnenfinsternis in Südamerika

Da war doch noch `was - genau, die Sonnenfinsternis in Südamerika am 14. Okt. `23! Ich war in Uruguay dafür nur zu weit im Süden, also weit entfernt von der Totalität, dem Kernschatten, der die Sonne vollständig verdeckte. Trotzdem ist es schon ein besonderes Erlebnis, bei einer partiellen Sonnenfinsternis zu sehen, wie sich eine pechschwarze Scheibe, der Mond im Gegenlicht der Sonne, langsam über ihren Rand schiebt und dann immer weiter nach oben kriecht, bis er wieder in der strahlenden Helligkeit des Nachmittags im Blau des Himmels verschwindet.

Sonnenfinsternis vom 14. Oktober 2023, NASA.gifWehmütige Erinnerungen bleiben dabei nicht aus. Bei der letzten totalen Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999, lebte mein Vater noch und wir zwei waren den gesamten Tag zusammen mit 100.000-en anderen SoFi-Touristen unterwegs. Von Dortmund nach Frankfurt - nur wollte der Himmel partout nicht sein schweres, graues Wolkenkleid ablegen ... also weiter durch die vielen Staus über Wiesbaden und Mainz, über den Rhein bis in die tiefste Eifel. Dann war es endlich soweit, doch auch wir hatten wie Millionen anderer Menschen Pech. Immer wieder Regen und die Wolkendecke wollte einfach nicht aufreißen. Während wir irgendwo im Nirgendwo auf einer Wiese standen, wurde es auf einmal völlig still um uns herum und es wurde immer dunkler - und kälter! Manchmal wurden die schweren Wolken etwas dünner und in dem trüben Dämmerlicht und einer Stimmung wie kurz vor einbrechender Dunkelheit, konnten wir wenigstens für wenige Sekunden einen verschwommenen und unscharfen Blick auf das unglaubliche Ereignis werfen. In ehrfürchtigem Schweigen wurde uns bewußt, wie unheimlich ein solches, astronomisches Ereignis für unsere Vorfahren gewesen sein muß, die keine Vorstellung davon hatten, was über ihnen am Himmel geschah. Für sie muß es ein entsetzlicher Schock gewesen sein, ihre wärme- und lebensspendende Sonne plötzlich verschwinden zu sehen. Selbst für uns, die in dieser aufgeklärten Zeit keine mythologischen Erklärungen herbeireden mußten, war es etwas Beklemmendes und gleichzeitig Faszinierendes gewesen ...

 

... also, nichts wirklich weltbewegendes ist bisher geschehen - dies als erstes Lebenszeichen aus dem fernen Südamerika...
Weiter geht`s frei unter der Überschrift: "Abenteuer ist das romantische Wort für Plackerei"

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