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Warum so ein "Monstertruck"

Warum also muß der Wanderer so ein "Monstertruck" sein, ein 12 t Militär-LKW und nicht ein normales Wohnmobil von der Stange ... oder ein moderner LKW?

Darauf gibt es eine ganze Reihe von Antworten ... und keine davon kann die absolute Wahrheit für sich beanspruchen! Für jedes Argument gibt es auch ein Argument für ein anderes Konzept! Was für einen wichtig und entscheidend ist, muß jeder für sich selbst überlegen und grenzt an einen philosophischen Disput ... DAS sind meine Entscheidungskriterien:

  • Jedem, der diese Entscheidung noch vor sich hat kann ich nur empfehlen, `mal die "Motorhaube" eines LKW, der in den letzten 15 Jahren gebaut wurde, zu öffnen! Es zeigt sich das gleiche Bild wie bei jedem modernen PKW: Man sieht nur noch einen massiven "Block" vor sich in dem jeder Kubikzentimeter mit irgendwelchen Bauteilen vollgestopft ist. Selbstverständlichkeiten wie die Kontrolle oder das Nachspannen eines Keilriemens werden zu einem Alptraum, weil man den Keilriemen nicht einmal mehr sehen, geschweige denn erreichen kann. Wer schon einmal versucht hat, bei seinem modernen PKW eine blöde Birne im Scheinwerfer selber zu wechseln, weiß wovon ich rede.
  • Der nächste Schwachpunkt: Moderne Fahrzeuge, sowohl PKW als auch LKW, sind heutzutage mit Elektronik vollgestopft und bis zum technisch machbaren optimiert. Das mag für europäische Landstraßen und Autobahnen oder amerikanische Highways in Ordnung sein. Hier gibt`s überall ein dichtes und verläßliches Servicenetz. In Afrika, Südamerika oder Asien, hunderte von Kilometern von dieser Infrastruktur entfernt, sieht die Welt aber in jeder Hinsicht anders aus. Verweigert das Fahrzeug seinen Dienst, weil irgendeiner von hunderten von Sensoren meldet, er hätte nasse Füße bekommen oder es sei kein "AdBlue" (https://de.wikipedia.org/wiki/AdBlue) mehr im Zusatztank, der wird spätestens jetzt arge Probleme bekommen. Selbst wenn in der nächsten Ortschaft eine LKW Werkstatt ist, bietet so ein Fahrzeug gerade `mal eine tolle Computerschnittstelle, über die die Bordrechner dem Servicetechniker mitteilen wollen, was genau eigentlich das Problem ist. Hier jedoch, irgendwo im Hinterland, haben Werkstätten keinen genormten Laptop über den sie das Fahrzeug diagnostizieren können. Eine Dorfschmiede in Kasachstan kann zwar eine gebrochene Feder reparieren, nicht aber einen mit Rechnertechnik und Sensoren vollgestopften Wagen. Selbst ein toller, lichtstarker und hypermoderner LED Scheinwerfer wird hier zum Drama! Auch im tiefsten Hindukusch würde man eine neue Birne für seinen Scheinwerfer bekommen, nicht aber Ersatz für seine LED`s ...
  • wer einmal mit einem europäischen Wohnmobil in Deutschland mit der Fähre über die Weser oder in Norwegen über die Fjorde gesetzt ist, kennt die Erfahrung: Beim Auf- und Abfahren auf die Fähre setzt der Überhang (heute sind weit über 1 Meter Überhang hinter der Hinterachse und Tiefrahmen die Norm) schmerzhaft und krachend auf der Rampe auf! Bodenfreiheit und Wat-Tiefe eines Gelände LKWs sind dagegen um Welten größer! .. und bei einer Weltreise fährt man beileibe nicht nur auf Straßen mit europäischen Verhältnissen, sondern auch auf Pisten mit brutalen Mulden, Kuppen und tiefen Löchern ...
    kleines Gedankenexperiment: Jeder kennt diese kleinen Kinderroller -auf Neudeutsch: Scooter- mit ihren wenige Zentimeter durchmessenden Rädern. Fährt man mit diesem Scooter über ein Stöckchen oder durch ein kleines Loch, kracht`s schon deftig! Macht man den gleichen Versuch mit einem normalen Fahrrad bei dem der Raddurchmesser ca. 60 cm beträgt, merkt man dagegen herzlich wenig. Wird das Löch`le aber zum Loch, macht`s erneut Krach oder Knacks! ... genauso, wie bei einem PKW- oder WoMo-Rad mit ähnlicher Größenordnung. Nimmt man jetzt ein Steyr Rad mit 1,25 Meter Durchmesser, ist der Unterschied zum WoMO wie zwischen Scooter und Fahrrad!
  • nasseWiese wer einmal mit einem europäischen Wohnmobil irgendwo auf der mustergültig gepflegten Wiese eines Campingplatzes gestanden hat, kennt auch diese Erfahrung: Es hat geregnet, die Wiese ist klitschnaß, man will vom Platz fahren und von der Wiese auf den Weg führt eine winzige Böschung von nur wenigen Zentimetern. Ergebnis: Jedes WoMo dreht gnadenlos durch! .. auf einer ebenen Wiese! Das Internet ist voll mit Geschichten und Bildern, die WoMo`s hinter einem Trecker zeigen ... und auch ich habe leider mehrfach diese unangenehme Erfahrung machen müssen.

    Bild - Quelle: Internet - leider habe ich den Eigentümer dieses Bildes nicht ausfindig machen können. Wenn ich einen entsprechenden Hinweis bekomme, werde ich ihn selbstverständlich benennen!

  • in den USA habe ich einmal ein deutsches Pärchen kennen gelernt, die ihr Weißware-WoMo nach Nordamerika verschifft hatten und ebenfalls schon seit Monaten unterwegs waren. Beide hatten aber auch ein recht bedröppeltes Gesicht und erzählten, daß sie mittlerweile abgefahrene Reifen hatten und in jedem etwas größeren Ort an jeder Werkstatt und jedem Geschäft mit der Aufschrift "Tires" angehalten haben um Ersatz zu finden - Ergebnis: Weiter suchen! Europäische Reifengrößen für ein WoMo sind hier nicht zu bekommen ... und das gilt für andere Ersatzteile in gleicher Weise! Gut, für einen LKW ist es auch nicht selbstverständlich an Ersatzteile zu kommen, aber hier gibt es Firmen wie Mercedes, MAN, Volvo und andere, die mit ihren LKW weltweit verteten sind und auch eine entsprechende Logistik für weltweit zu liefernde Ersatzteile besitzen.
    .. und was die Reifen des Wanderer betrifft: 14 R 20 ist eine weltweit von Militärs verwendete Größe und damit auch weltweit verfügbar.
  • wer mit seinem Wohnmobil "von der Stange" einmal auf eine Waage fährt -oder in Österreich oder der Schweiz von netten Beamten in feschen Uniformen dazu genötigt wird- der wird verdammt oft eine sehr böse Überraschung erleben: Die krampfhaft auf 3,5 t zul. Gesamtgewicht abgespeckten Fahrzeuge überschreiten unfaßbar schnell -und vom Besitzer oft unbemerkt- die Grenze der Legalität, wenn das Gewicht diese magische Grenze durch einen vollen Diesel- und Wassertank und 2 Insassen mit Gepäck überschreitet! Darüber wird beim Verkaufsgespräch im "Weißware-Store deines Vertrauens" nicht gesprochen und selbst ein Blick in die Fahrzeugpapiere hilft wenig: Zieht man vom zul. Gesamtgewicht das Leergewicht ab, scheint ausreichend Reserve zu bestehen ... kommen dann aber "reisefertige" Gewichte dazu, ist die Reserve nicht nur weg, sondern allzu oft maßlos überschritten!
  • last but not least das wichtigste Argument: Spaß! Freude! Es hat mich einfach gereizt! Gereizt, mich einem Projekt, einer Aufgabe, einer Herausforderung zu stellen, die für mich so ungeheuerlich war, daß sie eigentlich oft nicht lösbar schien.

Wer immer tut was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist (Henry Ford)
Alle sagten: "Das geht nicht." Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es gemacht. (Hilbert Meyer)

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.. also ein geländegängiges Fahrzeug!

Warum nicht etwas aus der Landrover/Toyota-Klasse? Die Antwort ist ein entschiedenes ja, aber ... und ergibt sich aus der nächsten Frage: Wie will man reisen?

In Norwegen habe ich Paul, einen sehr netten Guy aus Südengland kennen gelernt, der in den Sommermonaten mit geringem Budget in einem kleinen Geländewagen durch Europa tourt und im Winter zu Hause arbeitet:

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  • Also, wie will man leben? Quer im Kofferraum liegend mit einem flexiblen Wasserkanister als Armstütze auf der einen und Teekessel auf der anderen Seite? Bei mehrtägigem Dauerregen? Paul jedenfalls konnte diese Frage mit einem "yes, shure!" beantworten und schien rundum zufrieden.
  • .. oder deutlich komfortabler mit Dach- oder separatem Zelt? Geht! Machen hunderte von zufriedenen Globetrottern! Ist dennoch kein Spaß, jeden Tag, bei jedem Wetter auf- und abzubauen ... und ist `mal ein Partner krank, der andere nicht, was dann? Liegen dann beide im Zelt oder sitzt einer auf dem Vordersitz?
  • Extraterrestrial HighwayGeländewagen mit einem Spritvorrat von wenigen hundert Kilometern, dafür aber deutlich geringerem Verbrauch als ein großer LKW? Geht in unserer motorisierten und infrastrukturell angepaßten Welt perfekt, aber ... selbst in Ländern wie den USA gibt es (aufgrund unterschiedlicher Besteuerung) Bundesstaaten, in denen die Gallon (3,78 l) zweieinhalb $ kostet aber auch solche, wo sie bereits über 5 $ liegt. Ein Truck dagegen hat meist Tankkapazitäten von mehreren 100 l Diesel und Reichweiten von 2- oder mehreren tausend Kilometern. Damit können "teure" Staaten oder Gegenden mit extrem dünner Infrastruktur sicher durchfahren werden. Jemand hat einmal gesagt, ein Expeditionsmobil sei wie eine große Spardose und der Diesel ist die Spareinlage. Im Mittel wiegen sich höherer Spritverbrauch und Tanken bei günstigen Preisen gegeneinander auf!
    Zum Bild rechts: USA 2014, Extraterrestrial Highway - 150 Meilen sind immerhin rund 250 km! .. und das sind 30 - 40 l Sprit ...
    by the way: Burkhard Koch hat vor einigen Jahren mit der Pistenkuh `mal ein sehr interessantes Experiment gemacht: Bei einer Afrika-Durchfahrung wurde der Spritverbrauch eines Gelände-PKWs und eines Gelände-Trucks genau protokolliert. Das überraschende Ergebnis: Der Truck war über lange Distanzen deutlich preiswerter unterwegs als der PKW! Der Grund: Die riesigen Tanks des Trucks sind wie eine Spardose mit Billig-Diesel in Niedrig-Preis-Ländern...
  • Wie also will man leben? Kochen auf einem kleinen Campingkocher? Oder auf dreien gleichzeitig damit Kartoffeln, Gemüse und Fleisch nicht erst nacheinander fertig werden? Oder in einem großen Truck mit Herd & Backofen in dem man sogar sein eigenes Brot backen kann und nicht wochen- und monatelang das in vielen Ländern so beliebte Ziehharmonika-Luft-Weißbrot essen muß?
  • .. mit einem Wasservorrat von 20 oder 40 l in Kanistern? Geht! Machen hunderte von zufriedenen Globetrottern! Ist allerdings grenzwertig beim Durchfahren von trockenen Gegenden auf der Welt und bietet keine Sicherheitsreserve. Vom Waschen & Duschen `mal ganz abgesehen ...
  • .. mit einem sehr begrenzten Lebensmittelvorrat und bei leicht verderblichen Dingen -sei`s nur ein Joghurt- mit einer Reichweite von 2 Tagen? Geht! Machen hunderte von zufriedenen Globetrottern! Es gibt auch kleine 12 V Kühlboxen ... aber der Platz im Wagen wird immer knapper!
  • Was ist mit Strom für Handy, Laptop und Kühlbox? Geht! Machen hunderte von zufriedenen Globetrottern! Es gibt auch kleine, aufstellbare Sol-Panels ... aber ...
  • Was ist mit dem Toilettengang abseits jeglicher Infrastruktur? Porta Potti oder Spatengang? Geht! Machen hunderte von zufriedenen Globetrottern!

Die Liste läßt sich noch endlos fortsetzen, das Ergebnis: Ein Geländewagen ist eine fantastische Möglichkeit zu reisen!!! .. wenn einem genau diese Art des Reisens zusagt!

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Truck

Wenn man also mit dem eigenen fahrbaren Untersatz leben & reisen will ist der Truck die 3. Möglichkeit. Wie schon zuvor läßt sich jedes Argument für den Truck mit anderen Argumenten (s.o.) widerlegen! Es ist also immer die gleiche Frage: Wie will ich reisen und leben? 

  • .. leben nicht nur im "Urlaub", 3 oder 4 oder 6 Wochen am Stück sondern auf Törns von mehreren Monaten Länge?
  • .. bei Temperaturen von weit über 40° oder 15° unter Null?
  • .. bei tagelangem Dauerregen?
  • .. mit der Freiheit, nicht jeden 3. Tag die Toilette entsorgen zu müssen, Frischwasser zu tanken, Lebensmittel kaufen zu müssen oder eine Steckdose auf einem Campingplatz herbei zu sehnen ...

Viele Monate und 10.000-e von Kilometern in unterschiedlichsten WoMo`s haben mir geholfen, einen Anforderungs- und Wunschkatalog, eben ein Lastenheft (Wikipedia) zu formulieren, das in den Bau des Wanderers eingeflossen ist.

Aber warum nicht einem modernen, zeitgemäßen LKW? Der schluckt nicht soviel Sprit und ist wahrscheinlich sogar bequemer als ein knochenharter Militär-Truck?

  • wer kennt nicht im Winter die Verkehrsnachrichten von endlosen Staus auf den Autobahnen weil LKWs an Steigungen liegen bleiben oder quer stehen? Und das gilt in gleicher Form für Pisten, überspülte Straßen oder Sand ... zeitgemäße LKW mit 4x4 Antrieb und 3 Differentialsperren sind, sagen wir `mal "schwer und nur sehr, sehr, SEHR teuer" zu bekommen
  • und wer kennt nicht den Blick unter die Motorhaube seines eigenen PKW? Ein massiver Monoblock mit BlackBoxes, in denen hochgerüstete Elektronik ihren Dienst verrichtet. Das klappt hervorragend in Mitteleuropa und Nordamerika mit Infrastruktur und Servicenetzen, aber wer hat nicht auch eigene Erfahrungen, daß der eigene PKW -UND genauso ein moderner Truck- in die Werkstatt muß weil irgendwo die Elektronik "spinnt"? Das ein Rechner sogar die Leistung reduziert oder den Motorstart verweigert weil im Display "Fehler 4711" steht? Und wie ist es in sehr heißen Wüstengebieten für die diese Fahrzeuge nicht gebaut sind? Wie nach einer Wasserdurchfahrt weil ein Starkgewitter eine Piste überspült? Wie in Island oder Norwegen oder Kanada bei 20° Minus? Wie bei Dauerregen und 100% Luftfeuchtigkeit über viele Tage? Und wie, wenn man mit seinem "Rechner auf Rädern" auf einem anderen Kontinent ist? Wenn der "Diagnosecomputer" in der Dorfschmiede nicht kompatibel mit dem "Serviceport" des eigenen Fahrzeugs ist?
    Ein Fahrzeug wie der Steyr, ein Bundeswehr MAN KAT oder ein (alter) Unimog hat keine Elektronik die spinnen kann! Läuft der Motor einmal, kann ich beim Steyr den Schlüssel einfach abziehen und wegschmeißen - der Motor läuft trotzdem weiter!
  • Moderne, verbrauchsoptimierte, BlueTEC (oder andere Konzepte) auf einem anderen Kontinent? Im Süden Marokkos oder in der Atacama? In Sibirien oder Alaska oder Feuerland? Mit "schlechtem" Diesel, weil (Kondens-) Wasser oder Rostflocken oder Farbreste drin sind?

Das also sind meine persönlichen Argumente und Kriterien gewesen, mich für ein Fahrzeug wie den Steyr 12M18 zu entscheiden! Radstand, Gewicht und Spritverbrauch deutlich geringer als beim KAT, Radstand und Rahmen aber größer als beim Unimog und damit mehr Freiheiten bei der Größe meiner Einzimmerwohnung, dazu extrem hohe Geländegängigkeit u.v.m.

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