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Das nächste Gewerk - Möbelbau

Grundsätzliches

Auch beim Möbelbau gibt es wieder die unterschiedlichsten Philosophien: Möbel aus Alu, Flightcases, speziell geschäumte Kunststoffplatten und last but not least: Holz. Jedes Material und jede Bauweise hat seine Vor- und Nachteile - und seinen Preis. Meine Wahl: Holz! Unter anderem, weil ich endlich `mal etwas in der Hand habe, was ich aus meinem früheren Leben schon kannte und bei dem ich vor allem das Gefühl hatte, es mit "meinem" Werkzeug und meinen Kenntnissen bearbeiten zu können ...
Klar gibt es auch innerhalb der Wahl "Holz" ungezählte Varianten, von Siebdruck- und Buche-Multiplexplatten bis hin zu beschichteten Sperrhölzern und dem, was beim Bau von Wohnmobilen in der Regel verbaut wird, dem sehr leichten Pappelsperrholz. Auch hier wieder jede Menge Argumente für & wider!
Ich kenne mehrere Selbstausbauer, die mit Buche-Multiplexplatten gearbeitet haben. Vorteil für ein Expeditionsmobil: Extrem stabil und verläßlich - Nachteil: Das Gewicht! Jetzt kann man sagen, bei einem Fahrzeug auf LKW Basis machen die paar Kilos den Kohl nicht mehr fett ... Denkste!

Worüber reden wir: Ich habe 12 Möbelbauplatten verarbeitet - einfache Rechnung: Länge x Breite x Stärke x Anzahl ergeben in Summe 0,6 m³ Holz!
Jetzt die nächste Milchmädchenrechnung: Buche-Multiplex hat ein Raumgewicht von 800 kg/m³ ==> 480 kg verbautes Möbelholz - fast eine halbe Tonne!
mein Schichtholz hat ein Raumgewicht von 450 kg/m³ ==> 270 kg verbautes Möbelholz, also ca. 210 kg weniger!

Wieder zurück zum LKW-Argument: Ja, 210 kg mehr macht so einem dicken Pott nichts aus, aaaber: 

  1. wenn man weiß, daß Verkehrsflugzeuge nach jedem Flug sorgfältig gereinigt werden, nicht nur um es für den nächsten Rutsch aus Passagieren nett zu gestalten, sondern weil jedes Kilo Staub oder Abfälle sich beim Kerosinverbrauch meßbar auswirken, dann kann man sich auch vorstellen, daß 210 kg zusätzliches Gewicht sich auch beim Expeditionsmobil, das ja 100.000 km und mehr fahren soll, entsprechend auswirken!
  2. jedes im Koffer verbaute Kilo hat auch, wie der Physiker sagen würde, eine "Träge Masse"! Bedeutet: Beim Wanken, Bremsen und Beschleunigen des Fahrzeugs reißt jedes Kilogramm auch an seinen Aufhängungen - jedes zusätzliche Kilo bedeutet damit höhere Belastung aller Komponenten.
  3. In der "Szene" gibt es eine sehr wahre Weisheit: Mit einem Geländefahrzeug bleibt man an Stellen stecken, wo man mit einem normalen Fahrzeug niemals hinkommen würde! .. und jetzt zählt jedes Kilo! Um sich aus Sand oder Matsch wieder zu befreien, ist jedes Kilogramm wichtig! Nicht umsonst werden stecken gebliebene Geländefahrzeuge zur Not sogar entladen - nur um sie leichter zu machen ... und 210 kg an zusätzlichem Gewicht sind eine gewaltige Last!

Konsequenz aus allem: so leicht wie irgend möglich ... Denkste! Wieder eine Falle! Wer schon einmal im Innenleben einer Weißware (die heutigen Leichtbau-Wohnmobile) versucht hat, eine Schraube in das Pappelsperrholz zu drehen weiß, daß er auch genau so gut hätte versuchen können, eine Schraube in Toilettenpapier zu drehen und dort etwas dran zu hängen. Dieser Holzschrott sieht von außen nett aus, ist aber butterweich und gewinnt seine -scheinbare- Stabilität lediglich aus der Verleimung und Verschraubung aller möglichen Teile, die erst zusammen eine Art Fachwerk mit gewisser Stabilität ergeben.

Das war jetzt wieder `mal ein kleiner Ausflug in das "Warum" ...

Meine Wahl jedenfalls: 7-fach verleimte und beschichtete Platten aus Ilomba und Pappel, mit 450 kg/m³ 30 kg/m³ schwerer als Pappelsperrholz, dafür aber subjektiv doppelt so stabil und verläßlich wie das, was ich von WoMo`s kenne. Da vergleichbare Holzqualitäten selbst in einer gut sortierten Holzhandlung nur schwer zu bekommen sind, ist die beste Quelle der Hersteller. Hier ist es sinnvoll, Gleichgesinnte zu finden und den Werksverkauf in Anspruch zu nehmen ... da lohnt sich dann selbst eine weite Anfahrt.

Linkliste

Teil Quelle Kommentar Preis
ILO/PA/ILO FU beids. www.v-group.com Vöhringer, Trochtelfingen 24,99 € / m²
http://www.af.nl/du/ gute Alternative: Arnhemse Fijnhouthandel in den Niederlanden
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ein Bett entsteht

Vor dem eigentlichen Möbelbau, sollte der Grundriß wohl überlegt und -bis auf Feinheiten- abgeschlossen sein! --> siehe dazu Ausbau --> Grundriß

Das nächste Gewerk, der Bau der Möbel steht an und beginnt mit dem, was wir alle mindestens für 1/3 unseres Lebens brauchen: Einem vernünftigen Bett! Auch hier wieder die Chance eines Eigenbaus: Ein Standardbett mit 1,40 m Breite ist mir bei Nutzung mit 2 Personen ein Hauch zu eng - die nächste Größe, 1,60 m etwas zu breit! Die Lösung: Die goldene Mitte mit 1,50 m ... und DIE gibt es natürlich nicht zu kaufen! Weder ein Bettkasten in dieser Größe, noch die Matratze und auch kein Lattenrost ...

Hier entsteht der Rahmen für den "Lattenrost":

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Juli 2016, meine neuen Nachbarn, Franz & Lisa sind gerade eingezogen

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Das Bett überspannt die Heckgarage über die gesamte Innenbreite des Koffers (2.295 mm). Bei einer Matratzenlänge von 2 m sind im Kopf- und Fußbereich noch knapp 30 cm für Staufächer frei. Die Basis des Bettes ruht an den 3 Wandseiten auf 4 x 4 cm Alu-Winkelprofilen die an den Wänden verklebt und vernietet sind:

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Über der auf den Profilen liegenden Grundplatte sind 4 Steher in Quer- und ein Rückseitensteher in Längsrichtung des Bettes verbaut. Diese Steher bilden zum einen die Auflagefläche für die Bettplatte, zum anderen unterteilen sie den Raum in riesige Staufächer. Um diese Staufächer nutzen zu können, ist die Bettplatte heckseitig in 2 Scherenscharnieren mit je einer Gasdruckfeder gelagert. Damit kann das eigentliche Bett einschl. Matratze leicht angehoben werden um an die Staufächer zu gelangen:

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Detailbild der Scherenscharniere:

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Anstelle eines Lattenrostes habe ich für die Matratzenauflage das Bettsystem Froli-Star Mobil verbaut. Gründe:

  1. ein Lattenrost in 1,50 m Breite ist nur schwer zu bekommen
  2. viel wichtiger aber: die Unterfederung der Matratze ist bei Lattenrosten immer abhängig von der Position mit der man im Bett liegt. Federlatten sind gebogen und federn in der Mitte anders als am Rand. Noch "seltsamer" wird das Federverhalten bei 2 Personen im Bett: Jede Drehung des Einen läßt den Partner gleich mit schaukeln
  3. das Froli Bettsystem kann zudem noch leicht auf persönliche Bedürfnisse eingestellt werden
  4. außerdem ist es leichter als ein Lattenrost und
  5. baut extrem niedrig

Da die Auflageteller ca. 3 cm höher als die Ränder der Grundplatte sind, kann die Feuchtigkeit in der Matraze zu allen Seiten entweichen. Nichts ist schlimmer als eine nach unten und zu den Seiten fest eingeschlossene Matraze, die ihre Feuchtigkeit nicht los wird und letztlich von unten zu schimmeln beginnt ...

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Hier die -bis auf Kopf- und Fußkästen- fertige Konstruktion:
Die jetzt noch sichtbaren Schraubenköpfe in der Frontplatte werden später hinter anderen Einbauten verschwinden.
Zu sehen ist eine der beiden Schlaufen (schwarz, Vordergrund der Matratze) mit der der gesamte Bettkasten angehoben werden kann.

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Einstiegsleiter für das Bett

.. seit dem letzten Bild von oben sind viele, viele Monate vergangen und alles ist deutlich ansehlicher geworden. Das Bett "hängt" schon längst nicht mehr einsam und allein an der Heckwand herum, sondern ist inzwischen von Küche und Sitzbank eingerahmt. Außerdem hat es jetzt, Anfang September 2018, eine eigene Einstiegsleiter bekommen. Anstelle einer -aufwendigen- Eigenkonstruktion, habe ich aus dem Baumarkt für kleines Geld eine einfache "Deckenleiter" gekauft und entsprechend umgebaut. Eigenkonstruiert hätten allein die verwendeten Scharniere schon genauso viel gekostet, wie die ganze Leiter ...
So fielen also ein ganzes Segment der 3-teiligen Leiter sowie einige Sprossen der Säge zum Opfer und übrig blieb eine passende Einstiegsleiter. Die wurde dann auf eine 19 mm starke Siebdruckplatte aus Restbeständen geschraubt. Die Platte dient gleichzeitig in entsprechende Führungen unter dem Bett als "Schublade" und wird zum Einstieg einfach ausgezogen und umgeklappt:

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Fertig eingebaut als ausziehbare "Schublade" unter dem Bett sieht die Leiter dann so aus:
Die untere (Kinder-) Stufe ist zum Auf- und Absteigen nicht erforderlich, dient aber zur Stabilisierung dieses umklappbaren Segments.

Einstiegsleiter für das Bett

So sieht`s dann im ein- (um-) geklappten und eingeschobenen Zustand aus - damit verschwindet die Leiter tagsüber komplett hinter der Tür zur Wasseraufbereitung. Sind hier Arbeiten erforderlich, kann die gesamte Leiter ohne weiteres Öffnen von Schrauben oder Arretierungen komplett aus der Schubladenführung herausgezogen werden.

eingefahrene und zusammengeklappte Bettleiter

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Linkliste Bett

Teil Quelle Kommentar Preis
Alu Winkel:  40 x 40 x 3 mm,2.000 mm http://www.alu-messing-shop.de Alu Winkel "ELOXIERT" Aluprofil L Profil Aluminiumprofil Winkelprofil Aluminium 10,07 € / 2 m
2 Scherenscharniere www.campingmarkt.eu 129,19 €
2 Froli-Star Mobil www.campingplus.de 230,40 €
1 Matratze www.otts-traumwelt.de Kaltschaummatratze RG 50, Mehrzonen-Ausführung, Kernhöhe 14 cm, Gesamthöhe 16 cm 537,00 €
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Deckenstaukästen

Das Bett ist fertig und es folgen die ersten Deckenstaukästen - beginnend am Heck. Die quer über die Innenbreite durchgehende Grundplatte wird über die 3 im Bild sichtbaren Möbelsteher an der Decke -und die Platte selbst an den Wänden- befestigt:

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Die Platte wird komplett vormontiert und dann über die verzinkten Winkel an Wänden und Decke vernietet

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Aus der Nähe wird auch die Konstruktion der verwinkelten Möbelsteher an den Ecken deutlich. Sie müssen sowohl die Scharniere für die Heckklappen als auch für die jeweils folgende erste Seitenklappe aufnehmen:

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Die nächste Reihe von Deckenstaukästen findet ihren Platz. Der abenteuerlich anwirkende Unterbau aus Kartons ist der Tatsache geschuldet, daß beim "Alleinbau" manchmal 2 Arme & Hände nicht ausreichen um so sperrige Teile anzuhalten und gleichzeitig die provisorischen Stützen zu plazieren und zu spannen.

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Auch die andere Seite wird in diesem Zuge fertiggestellt. Der Einbau der Klappen erfolgt allerdings erst deutlich später - Gründe:
  1. Die Klappen erhalten noch Kantenumleimer und diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen
  2. Vor der Endmontage folgen jetzt -wo alles noch gut zugänglich ist- erst die Verlegung von Kabeln in den Staukästen sowie die Installation von Lichtleisten

irgendwann demnächst geht`s also hier erst weiter ...

.. und jetzt, ein paar Monate später, Stand Oktober 2017, gehen auch die Staukästen ihrer Fertigstellung entgegen:

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Fortsetzung folgt ...

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Sitzbank

Wenn eine ganze Wohnung in einem einzigen Zimmer unter gebracht werden muß, dürfen Wohn- und Eß-"Zimmer" natürlich nicht fehlen und werden zu einem einzigen "Block" reduziert: Der Sitzbank:

SiBa-Maße

Da beim Sitzen natürlich nicht die gesamte Höhe des Koffers erforderlich ist -es würde einfach zu viel Raum über dem Kopf verschenkt- wird die Sitzfläche über einen Doppelboden von 25 cm Höhe nach oben gesetzt. Dieser klappbare Boden bietet damit zusätzlichem Stauraum. Innerhalb der Sitzkästen sind auch noch Tanks untergebracht:

  • unter der hinteren Sitzbank (am Bett) ist der große, 340 l fassende, Frischwassertank eingebaut (näheres im Kapitel WGS)
  • unter der vorderen Sitzbank (zum Bad) ist der 130 l fassende, Schwarzwassertank eingebaut (näheres im Kapitel WGS)

SiBa-Raum.gif

Sitzbank und Tanks sind an/in ein Gerüst aus massiven, schichtverleimten Buchenleisten gebaut die einen Großteil der auftretenden Beharrungskräfte beider Tanks aufnehmen sollen. Das Gerüst bildet auch die Basis des Doppelbodens zwischen den Sitzbänken.

Schon erstaunlich, wie klein und eng alles wird wenn dann die ersten Möbel und Wände stehen ...

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Ein paar Monate später, nach Abschluß der Verlegearbeiten für Wasser- und Heizungsrohre sowie der Elektrik (Stand 24.01.2018), ist schon deutlich besser zu erkennen, was hier einmal entstehen soll:

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28. Februar 2018, die Polster liegen und damit ist die Sitzbank jetzt fast fertig!
Nur das Umfeld, der Doppelboden, der Tisch sowie die Heizung brauchen noch ein paar Arbeitsstunden ...

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Kleines Schmankerl am Rande und ohne das es so geplant war: Meine Nietzange paßt perfekt zur Polsterung:

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