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Das nächste Gewerk - Möbelbau

Möbelbau für den Wanderer

Grundsätzliches

Auch beim Möbelbau gibt es wieder die unterschiedlichsten Philosophien: Möbel aus Alu, Flightcases, speziell geschäumte Kunststoffplatten und last but not least: Holz. Jedes Material und jede Bauweise hat seine Vor- und Nachteile - und seinen Preis. Meine Wahl: Holz! Unter anderem, weil ich endlich `mal etwas in der Hand habe, was ich aus meinem früheren Leben schon kannte und bei dem ich vor allem das Gefühl hatte, es mit "meinem" Werkzeug und meinen Kenntnissen bearbeiten zu können ...
Klar gibt es auch innerhalb der Wahl "Holz" ungezählte Varianten, von Siebdruck- und Buche-Multiplexplatten bis hin zu beschichteten Sperrhölzern und dem, was beim Bau von Weißware, den Wohnmobilen, in der Regel verbaut wird, dem sehr leichten Pappelsperrholz. Auch hier wieder jede Menge Argumente für & wider!
Ich kenne mehrere Selbstausbauer, die mit Buche-Multiplexplatten gearbeitet haben. Vorteil für ein Expeditionsmobil: Extrem stabil und verläßlich - Nachteil: Das Gewicht! Jetzt kann man sagen, daß bei einem Fahrzeug auf LKW Basis die paar Kilos den Kohl auch nicht mehr fett machen ... Denkste!

Worüber reden wir: Ich habe 12 Möbelbauplatten verarbeitet - einfache Rechnung: Länge x Breite x Stärke x Anzahl ergeben in Summe 0,6 m³ Holz!
Jetzt die nächste Milchmädchenrechnung: Buche-Multiplex hat ein Raumgewicht von 800 kg/m³ ==> 480 kg verbautes Möbelholz - fast eine halbe Tonne!
mein Schichtholz hat ein Raumgewicht von 450 kg/m³ ==> 270 kg verbautes Möbelholz, also ca. 210 kg weniger!

Wieder zurück zum LKW-Argument: Ja, 210 kg mehr macht so einem dicken Pott nichts aus, aaaber: 

  1. wenn man weiß, daß Verkehrsflugzeuge nach jedem Flug sorgfältig gereinigt werden, nicht nur um es für den nächsten Rutsch aus Passagieren nett zu gestalten, sondern weil jedes Kilo Staub oder Abfälle sich beim Kerosinverbrauch meßbar auswirken, dann kann man sich auch vorstellen, daß 210 kg zusätzliches Gewicht sich auch bei einem Expeditionsmobil, das ja 100.000 km und mehr fahren soll, entsprechend auswirken!
  2. jedes im Koffer verbaute Kilo hat auch, wie der Physiker sagen würde, eine "Träge Masse"! Bedeutet: Beim Wanken, Bremsen und Beschleunigen des Fahrzeugs reißt jedes Kilogramm auch an seinen Aufhängungen - jedes zusätzliche Kilo bedeutet damit höhere Belastung aller Komponenten.
  3. In der "Szene" gibt es eine sehr wahre Weisheit: Mit einem Geländefahrzeug bleibt man an Stellen stecken, wo man mit einem normalen Fahrzeug niemals hinkommen würde! .. und jetzt zählt jedes Kilo! Um sich aus Sand oder Matsch wieder zu befreien, ist jedes Kilogramm wichtig! Nicht umsonst werden stecken gebliebene Geländefahrzeuge zur Not sogar entladen - nur um sie leichter zu machen ... und 210 kg an zusätzlichem Gewicht sind eine gewaltige Last!

Konsequenz aus allem: so leicht wie irgend möglich ... Denkste! Wieder eine Falle! Wer schon einmal im Innenleben einer Weißware (die heutigen Leichtbau-Wohnmobile) versucht hat, eine Schraube in das Pappelsperrholz zu drehen, weiß, daß er auch genau so gut hätte versuchen können, eine Schraube in Toilettenpapier zu drehen und dort etwas dran zu hängen. Dieser Holzschrott sieht von außen nett aus, ist aber butterweich und gewinnt seine -scheinbare- Stabilität lediglich aus der Verleimung und Verschraubung aller möglichen Teile, die erst zusammen eine Art Fachwerk mit gewisser Stabilität ergeben. An der Weichheit von Pappelsperrholz ändert sich aber nichts!

Das war jetzt wieder `mal ein kleiner Ausflug in das "Warum" ...

Meine Wahl jedenfalls: 7-fach verleimte und beschichtete Platten aus Ilomba und Pappel, mit 450 kg/m³ 30 kg/m³ schwerer als Pappelsperrholz, dafür aber subjektiv doppelt so stabil und verläßlich wie das, was ich von WoMo`s kenne. Da vergleichbare Holzqualitäten selbst in einer gut sortierten Holzhandlung nur schwer zu bekommen sind, ist die beste Quelle der Hersteller. Hier ist es sinnvoll, Gleichgesinnte zu finden und den Werksverkauf in Anspruch zu nehmen ... da lohnt sich dann selbst eine weite Anfahrt.

Anmerkung März 2021: Nach zwei Jahren und etlichen Touren mit dem Wanderer, davon auch hunderte von Kilometern auf übelsten Pisten während einer vier-monatigen Fahrt durch Marokko, gibt es bis jetzt nicht eine einzige Verbindung, die durch Vibrationen oder schwerste Krafteinwirkungen, ausgeleiert und gelockert ist!

Linkliste

Teil Quelle Kommentar Preis
ILO/PA/ILO FU beids. www.v-group.com Vöhringer, Trochtelfingen 24,99 € / m²
http://www.af.nl/du/ gute Alternative: Arnhemse Fijnhouthandel in den Niederlanden
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Grundriß des Wanderer

Bevor jetzt mit den ersten Löchern und Schnitten in die Kofferwände absolut irreparable Sachzwänge geschaffen werden, ist folgendes zu berücksichtigen: Bei der Erschaffung des Universums hat die Große Grüne Moorunkel auch `ne handvoll Regeln eingeführt - die Naturgesetze! .. und eines davon lautet: Du sollst dir einen Grundriß überlegen bevor du anfängst, Apfelsinenkisten in ein Zimmer zu nageln!

Gesagt, getan ... na ja, sooo schnell geht`s nicht! Ein Grundriß ist nämlich DIE Grundsatzentscheidung überhaupt! .. und eines der mehrdimensionalen Schachspiele bei der Konzeption eines Expeditionsmobils. Jede, absolut JEDE kleine Entscheidung zieht einen Rattenschwanz an Folgeentscheidungen, Kompromissen, Sachzwängen und Abhängigkeiten hinter sich her!

Klar, ich will ein Fenster haben .. tja, aber wie groß und wohin? o.k., da ist`s schön, von da kann ich dann später auf`s Meer schauen ...

  • tja, aber das geht ja nur, wenn ich die Sitzbank so und so hoch baue ...
  • ach so, wenn ich die so hoch baue, dann stoße ich aber mit dem Kopf an den Deckenstaukasten ... also niedriger
  • tja, wenn niedriger, paßt denn dann der Tank noch da drunter?
  • ach so, in der Küche muß ich ja auch noch die Schubladen aufmachen, also Sitzbank kleiner
  • aber dann paßt ja wieder der Tank nicht
  • und wo sollen denn die Rohre für die Heizung herlaufen?
  • ja und dann die elektrischen Kabel - da gehen die überhaupt nicht durch ... also müssen sie dort laufen ...
  • wenn sie aber dort laufen, dann habe ich an der Sitzbank ja gar keine Steckdose für den Laptop
  • also wieder neu überlegen
  • ja, so paßt es ... aber jetzt fehlt die Beinfreiheit wenn jemand gegenüber sitzt
  • und dann die Rückenlehne, die ist ja jetzt viel zu niedrig um bequem sitzen zu können, also wieder neu
  • SCH ..., da muß doch noch ein Heizkörper hin ...

.. und so geht es stunden- und tagelang weiter. Irgendwann begreift man, daß man unmöglich alle Abhängigkeiten berücksichtigen kann! Ich jedenfalls habe die Erfahrung gemacht, daß selbst bei sorgfältigster Überlegung hinterher irgend etwas doch nicht so paßt, wie man es sich wünscht! Die Empfehlung ist also eindeutig: Mut zur Lücke! Sorgfältig planen aber dann auch die Konsequenzen aus Sachzwängen tragen und versuchen Lösungen zu finden!

Dann das Ding mit der Philosophie - jeder hat andere Prioritäten die es umzusetzen gilt. Hier einige Grundsatzüberlegungen zur Entwicklung eines Grundrisses:

  1. Ich habe schon Wochen in Skandinavien und Schottland bei Dauerregen verbracht. An solchen Tagen geht man nur kurz aus dem Fahrzeug, 22 h/d bleibt man dann aber innerhalb des Fahrzeugs - und da sollte man sich halbwegs wohl fühlen! Dazu ist u.a. Helligkeit in Form von Tageslicht entscheidend! Meine Entscheidung: 7 Fenster! Ich habe genügend andere Expeditionsmobile gesehen, die nur 2 oder 3 bessere "Schießscharten" haben. Wie ich beim Bau der Fenster auch weiter ausgeführt habe, kann und will ich es so nicht haben. Ich würde mich wie in einer Zelle eingeschlossen fühlen. Also sehr viel Fensterfläche! Das hat dann allerdings erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltung des Grundrisses.
  2. Möbeloberflächen: Meine Entscheidung: "gebrochenes-", also "Creme-" Weiß im Gegensatz zu vielen Ausbauten, die mit dunklen, teilweise sehr edel aussehenden Möbeloberflächen gearbeitet haben. Meine Gründe: a) der Helligkeitsgewinn wie schon oben beschrieben und b) Moskitos sieht man auf Buche, Eiche oder Teakwänden nicht - auf Weiß schon ... Gut, das ist jetzt nicht Grundriß-relevant, dennoch entscheidend.
  3. Viele haben den Eingang der Aufbau zum Badezimmer gemacht. Wichtigstes, und verdammt und gutes Argument: Ein Bad ist eine Naßzelle und eignet sich damit hervorragend als "Dreckschleuse". Kommt man mit nassen, verschlammten Schuhen und Kleidern ins Fahrzeug, ist hier der beste Ort um die Sachen zu wechseln! Nachteile, die mich dazu bewogen haben, dieses Konzept nicht in meinem Grundriß umzusetzen:
    a) benutzt der Partner die Toilette, ist der Eingang von außen und innen blockiert
    b) bei schönem Wetter steht die Tür auf dem Traum-Stellplatz erfahrungsgemäß immer offen! Ein mit Wänden umschlossenes Bad im Eingangsbereich dagegen läßt deutlich weniger Licht ins Fahrzeug und verhindert gleichzeitig die freie Sicht auf den Bereich, wo sich "Gäste" dem Fahrzeug nähern und eventuell betreten wollen. Es ist eben das, was auch der Name sagt: eine Schleuse
  4. um zusätzlichen Raum zu "gewinnen", gibt es etliche Konzepte, bei denen das Bett, welches tagsüber meist ungenutzt ist, verschwindet und zu einer herrlichen Sitzecke wird.
    Vorteil: Der beschränkte Innenraum gewinnt deutlich an nutzbarer Größe!
    Nachteil: Es gibt hunderte von Situationen, wo man übermüdet oder krank eine Pause braucht und auch tagsüber ins Bett will oder muß! Ist das Bett eben Sitzbank, muß erst wieder umgebaut werden - auf Dauer verdammt lästig und nervend!!! ... ist das Bett dann Bett, gibt`s keine Sitzbank (für den Partner) mehr! Also: Massive Auswirkungen auf den Grundriß
  5. Diese Liste kann jetzt fast endlos weiter geführt werden! Wie groß sollen Küchenspüle und Küchenarbeitsplatte sein? Kühlschrank oder Kühlbox? Wie groß sollen Waschbecken im Bad und Toilette sein? Gerade bei letzter Entscheidung, der Toilette: Fast immer werden Cassettentoiletten aus dem WoMo-Bau eingesetzt. Dafür gibt`s mittlerweile einige pfiffige Lösungen mit schwenk- und verschiebbaren Toiletten. Alle haben aber eines gemeinsam: Sie sind klein! Viel zu klein! Dazu zwei konsequent totgeschwiegene Aspekte aus der Realität über die nicht gesprochen wird:
    a) Die Größe der Brille ... das Teil, auf das man sich setzt um sein Geschäft zu verrichten. Wer kennt aus fernen Ländern nicht Montezumas Rache: Leidet man darunter, kommt`s "hinten" mit gewaltigem Druck ... und gleichzeitig läuft`s naturbedingt auch vorne ... In keinem Verkaufsgespräch wird darüber gesprochen, daß alle Cassettentoiletten dieses gemeinsame Merkmal haben: Die Brille ist aus Platz- und Gewichtsgründen so winzig, daß sie in ihren Abmessungen mehr einem Töpfchen für Kleinkinder als einem Erwachsenenklo entspricht! Was passiert also: Die Brille ist hinten regelmäßig vollgesch ... und vorne ist`s gleichzeitig über den Rand getröpfelt!
    b) Die Größe der Cassette: Genau jetzt, wenn man in Not ist, wenn man sich elend fühlt und/oder wenn die nächste Entsorgungsmöglichkeit Lichtjahre entfernt ist, genau jetzt ist die Cassette voll! Und nun? Wer entsorgt? Und wohin wenn man nicht auf einem Campground steht? Etwa in die Landschaft? Leider passiert das viel zu oft!

Schon lange vor dem Kauf des Steyr, habe ich bereits mit dem Träumen angefangen und dabei erste Entwürfe für

meinen, ganz individuellen Grundriß für den Wanderer gezeichnet ...

Grundriss des Wanderer

Abmessungen:

  • außen 4750mm x 2400 mm x 2136mm
  • innen 4630 mm x 2295 x 1950mm

Erläuterung:

  • große Fensterflächen - s.o.
  • große Dachluke über dem Bett: zusätzliches Licht und beste Möglichkeit, überhitze Tropenluft nachts über den Kamineffekt los zu werden
  • sehr großes und bequemes Bett: Der Wanderer wird nicht für 2 Urlaube á 3 Wochen/Jahr gebaut, sondern um darin leben zu können - daher: kein Kompromiß!
  • Sitzbank und Tisch ausreichend groß für 2 Personen - für mehr nicht geplant und nur eingeschränkt brauchbar
  • Toilette aus dem Yachtbereich in haushaltsüblicher Qualität und Größe - s.o.
  • großes, kompromißloses Waschbecken
  • Batteriebank unter dem Durchgang zum Fahrerhaus ist gleichzeitig "Notsitzbank" und Einstiegskasten für den Durchgang
  • deckenhoher "Kleiderschrank" mit E-Zentrale unten, Kühlschrank in der 1. Etage und Stauraum in den oberen Etagen
  • freier und offener Eingangsbereich - s.o.
  • großer, 3-flammiger Gasherd mit Backofen
  • großes, kompromißloses Spülbecken

Diese Aufteilung ergibt einen großen, durchgängigen, hellen "Lebens-" Raum, der nicht durch deckenhohe Wände zugebaut ist. Bad und Schrank bilden einen Abschluß dieses Raumes. Grau ist alle Theorie! So "vollkommen" mir dieser Entwurf auch erscheint, bleiben doch quälende Fragen:

  • paßt das wirklich genau so in den Koffer?
  • sind Durchgangs-, Sitz- und Liegehöhen ausreichend?
  • stimmen die Proportionen?
  • gibt es verborgene Stolperfallen und Ecken an die man immer wieder anstoßen wird?
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Einzug in eine Pappwohnung

Um nach Fertigstellung des Grundrisses (s.o.) nicht durch die Fehlentscheidungen von heute Sachzwänge von morgen zu erzeugen, verwende ich ganze 2 Nachmittage darauf, ein Modell aus Pappe zu erstellen ... bevor ich Löcher in den Koffer schneide, die dann endgültig sind!

Meine Pappwohnung: Links die Küche, dahinter, an der Heckwand das Bett und rechts die Sitzbank. Über allem - die Deckenstaukästen

Pappwohnung im Wanderer

Blick vom späteren Bett nach vorn: Links Sitzbank mit Tisch, dahinter das Bad, nach rechts folgen: Durchgang zum Fahrerhaus, Hochschrank, Tür, Küche

Pappwohnung im Wanderer

Der stolze Besitzer der Einzimmerbutze in seiner Pappwohnung

der Herr der Pappwohnung

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das Bett entsteht

Nach sorgfältiger Planung des Grundrisses (s.o.) beginnt jetzt das nächste Gewerk: Der Bau der Möbel steht an und beginnt mit dem, was wir alle mindestens für 1/3 unseres Lebens brauchen: Einem vernünftigen Bett!

Ein Standardbett mit 1,40 m Breite ist mir bei Nutzung mit 2 Personen ein Hauch zu eng - die nächste Größe, 1,60 m etwas zu breit! Die Lösung: Die goldene Mitte mit 1,50 m ... und DIE gibt es natürlich nicht zu kaufen! Weder einen Bettkasten in dieser Größe, noch die Matratze und auch kein Lattenrost ... also ist Eigenbau angesagt!

Hier entsteht der Rahmen für den "Lattenrost":

Bau der Bettplatte

 

Juli 2016, meine neuen Nachbarn, Franz & Lisa sind gerade eingezogen

meine neuen Nachbarn, Franz & Lisa

 

Das Bett überspannt die Heckgarage über die gesamte Innenbreite des Koffers (2.295 mm). Bei einer Matratzenlänge von 2 m sind im Kopf- und Fußbereich noch knapp 30 cm für Staufächer frei. Die Basis des Bettes ruht an den 3 Wandseiten auf 4 x 4 cm Alu-Winkelprofilen, die an den Wänden verklebt und vernietet sind:

Auflage für den Bettkasten

 

Über der auf den Profilen liegenden Grundplatte sind 4 Steher in Quer- und ein Rückseitensteher in Längsrichtung des Bettes verbaut. Diese Steher bilden zum einen die Auflagefläche für die Bettplatte, zum anderen unterteilen sie den Raum in riesige Staufächer. Um diese Staufächer nutzen zu können, ist die Bettplatte heckseitig in 2 Scherenscharnieren mit je einer Gasdruckfeder gelagert. Damit kann das eigentliche Bett einschl. Matratze leicht angehoben werden um an die Staufächer zu gelangen:

Bettkasten und Bettplatte

 

Detailbild der Scherenscharniere:

Scherenscharniere im Bettkasten

 

Anstelle eines Lattenrostes habe ich für die Matratzenauflage das Bettsystem Froli-Star Mobil verbaut. Gründe:

  1. ein Lattenrost in 1,50 m Breite ist nur schwer zu bekommen
  2. viel wichtiger aber: die Unterfederung der Matratze ist bei Lattenrosten immer abhängig von der Position mit der man im Bett liegt. Federlatten sind gebogen und federn in der Mitte anders als am Rand. Noch "seltsamer" wird das Federverhalten bei 2 Personen im Bett: Jede Drehung des Einen läßt den Partner gleich mit schaukeln
  3. das Froli Bettsystem kann zudem noch leicht auf persönliche Bedürfnisse eingestellt werden
  4. außerdem ist es leichter als ein Lattenrost und
  5. baut extrem niedrig

Da die Auflageteller ca. 3 cm höher als die Ränder der Grundplatte sind, kann die Feuchtigkeit in der Matraze zu allen Seiten entweichen. Nichts ist schlimmer, als eine nach unten und zu den Seiten fest eingeschlossene Matraze, die ihre Feuchtigkeit nicht los wird und letztlich von unten zu schimmeln beginnt ...

fertige Bettkonstruktion

 

Hier die -bis auf Kopf- und Fußkästen- fertige Konstruktion:
Die jetzt noch sichtbaren Schraubenköpfe in der Frontplatte werden später hinter anderen Einbauten verschwinden.
Zu sehen ist eine der beiden Schlaufen (schwarz, Vordergrund der Matratze) mit der der gesamte Bettkasten angehoben werden kann.

komplettes Bett mit Matratze

 

.. na, ja, so richtig gemütlich sieht`s ja nicht wirklich aus ... deshalb viele Monate und viele Kilometer später hier ein Bild des fertigen Werkes während einer 4-monatigen Tour durch Marokko im Frühjahr 2020

Innenansicht des Wanderer

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Umbau des Bettes

update Oktober 2021

.. es hatte sich schon am Anfang angekündigt ... seit den ersten Fahrten mit dem Wanderer nach Kroatien, beim Willy Treffen und vor allem während der 4 Monate in Marokko im letzten Jahr, in 2020: Nicht mein Hüfthalter, sondern das Bett bringt mich um! Gaaanz langsam, aber mit immer schlimmer werdenden Rückenschmerzen ... es ist einfach zu weich. Die letzte Sicherheit brachte einer kleiner Ausflug in diesem Sommer auf die Wiese eines Freundes.

LupeDie folgenden Bilder können mit einem Mausklick vergrößert werden

Sommerausflug mit dem Wanderer auf den Reiterhof
Sommerausflug mit dem Wanderer auf den Reiterhof

Nach der 2. Nacht in meinem Bett begannen wieder die Rückenschmerzen. In Verdacht steht schon seit längerem das Froli-System mit seinen Kunststofftellern als Matrazenauflage. Diesmal hatte ich jedoch eine ganze Reihe an Dachlatten in der Heckgarage dabei. Diese Latten paßten genau in die Reihen zwischen den Tellern und hatten auch die gleiche Höhe - Sinn & Zweck also: Die Matratze lag jetzt nicht mehr auf den Frolis, sondern auf den unnachgiebigen Dachlatten ...

Matratzenauflage mit dem Froli System
Matratzenauflage mit dem Froli System

Ergebnis dieses Selbstversuches: Die Rückenschmerzen waren ab der nächsten Nacht verschwunden!

Wieder zurück Zuhause, folgte ein Besuch in einem Fachgeschäft mit einem sehr kompetent erscheinenden Angestellten der mir sofort sagte, daß ich nicht der erste WoMo-Besitzer mit Frolis als Matratzenauflage sei, der hier sein Leid klagte. "Froli hätte eigentlich einen guten Ruf, die Version für Wohnmobile sei aber aufgrund der Anforderungen nach geringem Gewicht und niedriger Bauform nur ein fauler Kompromiß. Die Teller seien im Gegensatz zu den "Haushalts-Versionen" für Menschen jenseits 80 kg, also für mich, zu klein, zu weich und zu niedrig ...". Damit bleibt nur die bittere Entscheidung: Frolis raus und hochwertigen Lattenrost rein!

Nur, raus ist leichter gesagt als getan! Der gesamte Bettkasten ist von seiner Konstruktion nicht für die Aufnahme eines Lattenrostes konzipiert. Es beginnt bereits mit der Auflageplatte für die Frolis. Diese wurde von mir eingesetzt, als noch keine Deckenstaukästen, keine Küche und keine Sitzbank den Weg aus dem Aufbau versperrten! Selbst das Einheben des neuen Lattenrostes gelang nur durch Öffnen der beiden großen Seitenfenster um aus der Diagonalen in die eigentliche Einbauposition zu kommen ...

LupeDie folgenden Bilder können mit einem Mausklick vergrößert werden

Ausbausituation der alten Auflageplatte
Die Ausbausituation der alten Auflageplatte ist mit Küche, Deckenstaukästen, Sitzbank und tonnenschwerer Matratze schlichtweg zum Verzweifeln ...

sägen der Auflageplatte
einzige Lösung: die alte Auflageplatte muß innerhalb des Koffers in 2 Teile gesägt werden ... also jede Menge Verrenkungen und herrlichster Feinstaub!

diagonaler Rahmen des Lattenrostes
selbst der auseinandergebaute Rahmen des Lattenrostes ist über die Diagonale kaum an seinen Einbauort zu bekommen ...

Vier ganze Nachmittage benötigte der gesamte Umbau! Die Scherenscharniere zum Anheben des Bettes mußten durch Unterlagen an die neue Geometrie angepaßt werden und der Bettkasten bekam vorne und hinten Buchenstäbe als Auflage für den neuen Lattenrost.

Lattenrost, Scherenscharniere und Bettkasten
Lattenrost, Scherenscharniere und Bettkasten

der neue Lattenrost auf dem Bettkasten
der neue Lattenrost auf dem Bettkasten

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Einstiegsleiter für das Bett

.. seit Baubeginn des Bettes sind viele, viele Monate vergangen und alles ist deutlich ansehlicher geworden. Das Bett "hängt" schon längst nicht mehr einsam und allein an der Heckwand herum, sondern ist inzwischen von Küche und Sitzbank eingerahmt. Außerdem hat es jetzt, Anfang September 2018, eine eigene Einstiegsleiter bekommen. Anstelle einer -aufwendigen- Eigenkonstruktion, habe ich aus dem Baumarkt für kleines Geld eine einfache "Deckenleiter" gekauft und entsprechend umgebaut. Eigenkonstruiert hätten allein die verwendeten Scharniere schon genauso viel gekostet, wie die ganze Leiter ...
So fielen also ein ganzes Segment der 3-teiligen Leiter sowie einige Sprossen der Säge zum Opfer und übrig blieb eine passende Einstiegsleiter. Die wurde dann auf eine 19 mm starke Siebdruckplatte aus Restbeständen geschraubt. Die Platte dient gleichzeitig in entsprechende Führungen unter dem Bett als "Schublade" und wird zum Einstieg einfach ausgezogen und umgeklappt:

Bau der Einstiegsleiter

 

Fertig eingebaut, als ausziehbare "Schublade" unter dem Bett, sieht die Leiter dann so aus:
Die untere (Kinder-) Stufe ist zum Auf- und Absteigen nicht erforderlich, dient aber zur Stabilisierung dieses umklappbaren Segments.

Einstiegsleiter für das Bett im Wanderer

 

So sieht`s dann im ein- (um-) geklappten und eingeschobenen Zustand aus - damit verschwindet die Leiter tagsüber komplett hinter der Tür zur Wasseraufbereitung. Sind hier Arbeiten erforderlich, kann die gesamte Leiter ohne weiteres Öffnen von Schrauben oder Arretierungen komplett aus der Schubladenführung herausgezogen werden.

eingefahrene und zusammengeklappte Bettleiter im Wanderer

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Linkliste Bett

Teil Quelle Kommentar Preis
Alu Winkel:  40 x 40 x 3 mm,2.000 mm http://www.alu-messing-shop.de Alu Winkel "ELOXIERT" Aluprofil L Profil Aluminiumprofil Winkelprofil Aluminium 10,07 € / 2 m
2 Scherenscharniere www.campingmarkt.eu 129,19 €
2 Froli-Star Mobil www.campingplus.de 230,40 €
1 Matratze www.otts-traumwelt.de Kaltschaummatratze RG 50, Mehrzonen-Ausführung, Kernhöhe 14 cm, Gesamthöhe 16 cm 537,00 €
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Deckenstaukästen

Das Bett ist fertig und es folgen die ersten Deckenstaukästen - beginnend am Heck. Die quer über die Innenbreite durchgehende Grundplatte wird über die 3 im Bild sichtbaren Möbelsteher an der Decke -und die Platte selbst an den Wänden- befestigt:

Bau der Deckenstaukästen

 

Die Platte wird komplett vormontiert und dann über die verzinkten Winkel an Wänden und Decke vernietet

Konstruktion der Deckenstaukästen

 

Aus der Nähe wird auch die Konstruktion der verwinkelten Möbelsteher an den Ecken deutlich. Sie müssen sowohl die Scharniere für die Heckklappen als auch für die jeweils folgende erste Seitenklappe aufnehmen:

Ecksteher der Deckenstaukästen

 

Die nächste Reihe von Deckenstaukästen findet ihren Platz. Der abenteuerlich anwirkende Unterbau aus Kartons ist der Tatsache geschuldet, daß beim "Alleinbau" manchmal 2 Arme & Hände nicht ausreichen um so sperrige Teile anzuhalten, gleichzeitig die provisorischen Stützen zu plazieren und zu spannen.

seitliche Deckenstaukästen

 

Auch die andere Seite wird im Zuge dieser Arbeiten fertiggestellt. Der Einbau der Klappen erfolgt allerdings erst deutlich später - Gründe:

  1. Die Klappen erhalten noch Kantenumleimer und diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen
  2. Vor der Endmontage folgen jetzt -wo alles noch gut zugänglich ist- erst die Verlegung von Kabeln in den Staukästen sowie die Installation von Lichtleisten

.. und jetzt, ein paar Monate später, Stand Oktober 2017, gehen auch die Staukästen ihrer Fertigstellung entgegen:

Fertigstellung der Deckenstaukästen

 

.. und so sehen die fertigen Deckenstaukästen im Wanderer aus (Bild: Marokko 2020)

Innenansicht des Wanderer

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Umbau der Deckenstaukästen

August 2021 ... es hätte alles sooo schön sein können ... nein, es war schon schön, aber was macht man nicht alles, wenn man wegen der Corona Pandemie festgenagelt ist und dann auf dumme Gedanken kommt ...? Ach nee, dumm sind`se nicht, aber die perfekten Deckenstaukästen wieder auseinander und mit neuem Konzept wieder neu zu bauen, ist schon eine Menge Arbeit ... aber, es gibt eine kleine handvoll Gründe:

  • da ist die Sache mit dem indirekten Licht in den DStK - dieses Licht hat sich so hervorragend bewährt, daß es während der Fahrten immer mehr zum Hauptlicht geworden ist .. mit einer Einschränkung: Bei geschlossenen Klappen ist es zwar perfekt als Stimmungslicht, um es im Aufbau aber etwas heller zu bekommen, habe ich in der Praxis eigentlich immer 2 oder sogar 4 Klappen geöffnet. Damit das nicht mehr erforderlich ist, hilft nur eins: die Klappen müssen lichtdurchlässig werden ...
  • dann ist die Sache mit dem Mückenschutz am Bett - tagsüber kommen durch die geöffnete Tür immer wieder Plagegeister in den Aufbau und sind dabei so pfiffig, daß sie sich in irgendeine Ecke unsichtbar verkriechen und erst dann bösartig und unheilvoll summend hervorkommen, wenn ich im Bett liege! .. und dann helfen auch die Mückengitter an Fenstern und der Dachklappe nicht mehr, weil die Biester schon längst in meinen ureigenen Luftraum eingedrungen sind. Um genau dieses Dilemma zu verhindern, war eigentlich schon in meinem ursprünglichen Lastenheft ein Mückenschutz für das Bett vorgesehen! Nur leider viel diese tolle Idee in der Euphorie der Bauphase über die Tischkante und schlummerte im Fach "ach, mach` ich später", irgendwo auf dem großen Haufen der LOPs (Liste offener Punkte) ... und jetzt, heute, sind genau die DStK im Weg, wenn ich das Bett vollständig durch einen Mückenschutz absichern will ...
  • und dann ist da noch die gute Gelegenheit: Erst nach vollständiger Fertigstellung des Bades sollte dieses eine eigene Tür bekommen und dafür gab`s auch schon immer eine konkrete Vorstellung: Kein Vorhang und auch keine Tür aus Holz, sondern eine lichtdurchlässige, opale, Acrylglastür ... und bei der Gelegenheit kann "man" ja auch gleich passende Klappen für die DStK mitbestellen ...

Daher jetzt, in der (weitgehend) reisefreien Corona-Zeit, der Umbau der DStK. Leider ist es nicht mit dem einfachen Austausch der Frontklappen getan. In der Höhe des Bettes müssen an beiden Wänden die Staukästen geöffnet und gekürzt werden um einen vollständigen Abschluß des Bettes mit einem Moskitonetz zu ermöglichen.

unterbrochene DeckenStaukästen

unterbrochene DeckenStaukästen für die folgende Montage von Moskitonetzen

Nach Kürzung der DStK an der Linie des Bettes können die Gardienenschienen des Mückenschutzes vollständig bis zu den Wänden durchgezogen werden. 
Im Gegensatz zum bisherigen Konzept bei den alten DStK werden die neuen Frontklappen nicht mehr durch PushLocks verschlossen. Viele tausend Kilometer Praxis, selbst übelste Geröllpisten und Geländeritte bei nicht verschlossenen PushLocks haben in den letzten Jahren gezeigt, das die Spannung der Federscharniere der Frontklappen völlig ausreichend ist, um die Klappen geschlossen zu halten! Niemals hat sich eine Klappe eigenständig geöffnet und damit dem Inhalt des Staukastens die Möglichkeit gegeben, in jeder denkbaren Wurfparabel das Innere des Aufbaus zu zerschmettern!

.. und so präsentieren sich die überarbeiteten DStK mit ihren lichtdurchlässigen Acryl-Frontplatten im Wanderer - zugegeben, die vorherigen weißen Holzklappen mit ihren Teakumleimern waren optisch schon ein wenig ansprechender ... ausschlaggebend war & ist jedoch der deutliche Gewinn an Licht im Innenraum!

neue Klappen an den DStK

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Sitzbank

Wenn eine ganze Wohnung in einem einzigen Zimmer unter gebracht werden muß, dürfen Wohn- und Eß-"Zimmer" natürlich nicht fehlen und werden zu einem einzigen "Block" reduziert: Der Sitzbank:

Abmessungen der Sitzbank

Da beim Sitzen natürlich nicht die gesamte Höhe des Koffers erforderlich ist -es würde einfach zu viel Raum über dem Kopf verschenkt- wird die Sitzfläche über einen Doppelboden von 25 cm Höhe nach oben gesetzt. Dieser klappbare Boden bietet damit zusätzlichem Stauraum. Innerhalb der Sitzkästen sind auch noch Tanks untergebracht:

  • unter der hinteren Sitzbank (am Bett) ist der große, 340 l fassende, Frischwassertank eingebaut (näheres im Kapitel WGS)
  • unter der vorderen Sitzbank (zum Bad) ist der 130 l fassende, Schwarzwassertank eingebaut (näheres im Kapitel WGS)

Modell der Sitzbank

Sitzbank und Tanks sind an/in ein Gerüst aus massiven, schichtverleimten Buchenleisten gebaut, die einen Großteil der auftretenden Beharrungskräfte beider Tanks aufnehmen sollen. Das Gerüst bildet auch die Basis des Doppelbodens zwischen den Sitzbänken.

Es ist schon erstaunlich, wie klein und eng der anfangs so "riesige" Innenraum des Koffers wird, wenn die ersten Möbel und Wände stehen ...

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Ein paar Monate später, nach Abschluß der Verlegearbeiten für Wasser- und Heizungsrohre sowie der Elektrik (Stand 24.01.2018), ist schon deutlich besser zu erkennen, was hier einmal entstehen soll:

Bau der Sitzbank

 

28. Februar 2018, die Polster liegen und damit ist die Sitzbank jetzt fast fertig!
Nur das Umfeld, der Doppelboden, der Tisch sowie die Heizung brauchen noch ein paar Arbeitsstunden ...

fertige Sitzbank im Wanderer

 

Kleines Schmankerl am Rande und ohne das es so geplant war: Meine Nietzange paßt perfekt zur Polsterung:

Nietzange paßt perfekt zur Polsterung

 

.. auch bei der Sitzbank noch einmal das schon bekannte Bild des fertigen Werkes (Marokko 2020)

Innenansicht des Wanderer

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