pix

Sie sind hier: Global-Wanderer > Wanderer > Innenausbau > Wasserinstallation

Wasserinstallation im Wanderer

Wasserinstallation im Wanderer

WGS - Wasser, Gas und Scheiße, ein riesiges Thema für sich - von sauber bis anrüchig! Mußte ich bisher schon Planungsingenieur, Fahrzeugtechniker, Lackierer, Trocken- und Fensterbauer sowie Möbelschreiner werden, kommt jetzt die nächste Weihe, WGS-Beauftragter, also Sanitärinstallateur, Aufbereitungstechniker und Gasmann! Äh, Gas kommt später noch ... hier also das Thema der gesamten Wasserinstallation im Wanderer: Von Trinkwasser über Brauchwasser und Abwasser bis zur Installation des Heißwassers.

Die gesamte Wasserführung im Wanderer besteht aus 4 unterschiedlichen Systemen:

  1. dem Frischwasserkreis mit Trink- und Brauchwasser
  2. dem Grauwasserkreis, in dem Wasch-, Spül- und Duschwasser abgeführt, gesammelt und entsorgt wird
  3. dem Abwasser- oder Schwarzwasserkreis, in dem Fäkalien abgeführt, gesammelt und entsorgt werden,
  4. sowie dem Heizkreislauf der Warmwasserheizung

 

Hier der Leitungsplan für Frisch-, Brauch- und Heizungswasser- lediglich als Übersicht. Besser "lesbare" Detailpläne sind unter den einzelnen Menüpunkten aufgeführt. Die "graue" (Abwasser) und "schwarze" (Fäkalien) Plörre zu entsorgen, ist -wie oben schon gesagt- wieder ein eigenes Rohr- und Tanksystem und wird später gesondert beschrieben.

Leitungsplan Frisch-, Brauch- und Heizungswasser

Legende

  • RL - Rücklauf
  • VL - Vorlauf
  • WWT - WhiteWaterTank - Frischwassertank
  • BWT - BlackWaterTank - Schwarzwassertank

Grundsätzlich gilt folgendes Konzept: Alle wasserführenden Leitungen und Installationen -mit Ausnahme der Abwasser- und einiger Heizleitungen- befinden sich innerhalb des Koffers! Entscheidender Grund ist die Frostsicherheit! Da der Wanderer kein Schönwetter-Fahrzeug ist und nur zwischen europäischen Campingplätzen bewegt wird, sondern auch -wenn die Große-Grüne-Moorunkel mitspielt- so außergewöhnliche Orte wie den Paso de San Francisco (immerhin 4.726 m über N.N.) in den Anden zwischen Argentinien und Chile befahren wird, ist der Frostschutz ein entscheidendes Kriterium. Übernachtungen in mehreren 1.000 Metern Höhe, ja selbst auf Meereshöhe in der Sahara, überraschen nachts mit tiefen Frosttemperaturen. Um außen liegende Tanks und Leitungen gegen sinkende Temperaturen zu schützen, reichen umfangreiche Isolierungen nicht aus. Gefrierendes Wasser wird zu Eis und vergrößert dabei sein Volumen! Die dabei entstehenden Kräfte können problemlos massiven Stein sprengen! Viel leichter noch ist es, Tanks, Rohre und Verbindungen zum Platzen bringen. Selbst wenn nicht der worst case eintritt, können sich im System einzelne Eisklötze bilden und für eine böse Überraschung sorgen, wenn am nächsten Morgen das Wasser in der Toilette oder im Spülbecken wegen Verstopfung einfach nicht abfließen will, sondern lieber überquillt ...

Da Isoliermaßnahmen bei lang anhaltenden und/oder deftigen Minustemperaturen bei weitem nicht ausreichend sind, greift gerade die WeissWare-Fraktion (WoMo/Caravan) darauf zurück, Unterflurtanks zu beheizen! Das mag in der Umgebung von europäischen Campingplätzen mit entsprechender Infrastruktur (Gasversorgung und/oder elektrischer Fremdanschluß) noch halbwegs vertretbar sein - bei einem Expeditionsmobil, wo maximale Autarkie und Unabhängigkeit von Ressourcen jedoch an oberster Stelle stehen, grenzt es an Sünde, den kostbaren Gas- oder Dieselvorrat zum Heizen von Scheiße zu verschwenden! Konsequenz: Alle wasserführenden Komponenten werden weitgehend innerhalb des frostsicheren Koffers verbaut! Einzige Ausnahme ist der Grauwassertank - warum, erläutere ich an entsprechender Stelle. Der Nachteil der Entscheidung für innen liegende Tanks: Verlust an kostbarem Volumen innerhalb des Koffers!

 

Sämtliche Leitungen, Kalt- und Heißwasser sowie Vor- und Rücklauf der Heizungsanlage, sind mit rot oder blau isolierten 16/2-Alu-Verbundrohren und EURO-Konus-Fittingen ausgeführt. Beim Abrollen der Rohre von der Rolle konnte ich diesen zufälligen "Tanz der Kobra" beobachten:

Alu-Verbundrohre im Wanderer

pix

Sie sind hier: Global-Wanderer > Wanderer > Innenausbau > WGS > Zoll

Zoll ist nicht gleich Zoll!

Eine ganz besonders böse Falle erwartet jeden, der -wie ich- zum ersten Mal im Leben versucht, seine Fittinge, Rohre und Schläuche zu planen. Da gibt`s dann bei den technischen Angaben zur Pumpe, zum Boiler und zu was auch immer die Anschluß-Angaben wie z.B. AG 1/2" - heißt: Außengewinde mit 1/2 Zoll oder z.B. IG 3/4", also Innengewinde ... und man plant munter drauf los. Irgendwann, wenn der Kopf vor Umrechnung von Millimetern auf Zoll und umgekehrt richtig heiß gelaufen ist, trifft man seine Entscheidungen und bestellt. Der Lohn ist ein erleichtertes, tiefes Durchatmen, weil man den Gordischen Knoten aus zig verschiedenen Größen und Durchmessern endlich in seine eigene Planung hat umsetzen können! 2 Tage später dann der große Moment, an dem die Paketboten eintrudeln und dann 100 Fittinge, Winkel, Übergänge und was auch immer auf dem Boden ausgebreitet sind. Aus dem erleichterten, tiefen Durchatmen wird ein breites Grinsen: Klar muß man jetzt dieses Puzzle richtig zusammensetzen, aber bis hierhin hat man`s ja geschafft und der Rest fügt sich dann schon ...

An der eigenen Baustelle werden dann alle Teile sorgfältig über die verschiedenen Einbauorte verteilt ... und jetzt breitet sich zum 1. Mal eine unerklärliche Ernüchterung aus! Ja, einige Teile passen wohl toll zusammen, aber die Mengen stimmen nicht ... und, was soll das hier? So etwas großes habe ich doch gar nicht bestellt ... oder? Und jetzt wird das Puzzle richtig ekelhaft. Ich habe viele Stunden damit verbracht, die verschiedenen Lieferungen, vorhandenen Teile und bestellten Mengen wieder aufzudröseln. Das Ergebnis: Irgendwas stimmt da nicht mit den Mengen und den Größen. Die Fummelei wird immer schlimmer und irgendwann habe ich mich auf einen Lieferanten und eine Serie von Teilen reduziert - und siehe da, eine ganz böse Erkenntnis wird langsam klarer: Wenn ich etwas in 3/4", also 19 mm, bestellt habe, ist es mit 26 mm, also 1" geliefert worden ... Am nächsten Tag geht die Sucherei weiter und irgendwann reift die Erkenntnis, daß alles was paßte, reiner Zufall ist! Alles, was ich ausgesucht und bestellt habe, ist grundsätzlich 1/4" größer als ich es wollte!

Anruf bei dem ersten Lieferanten und nach einer 1/4 Stunde habe ich irgendwie etwas gehört von wegen, daß ich nicht einfach Zoll in Millimeter umrechnen darf ... und erst recht nicht, irgend etwas mit einem bestimmten Durchmesser auch genau in diesem zu bestellen! Nicht verstanden? Ich auch nicht! Anruf beim nächsten Lieferanten, Ergebnis: Genauso verwirrend aber irgendwo in den Worten steckte etwas ähnliches: Zoll ist nicht gleich Zoll! Hä? Immer noch nicht verstanden? Ich auch nicht! Anruf beim 3. Lieferanten, der Firma Heima24, Ergebnis: Ein sehr kompetenter Mitarbeiter, der mir zum 1. Mal verständlich erklären konnte, daß Zoll wirklich nicht gleich Zoll ist!

Ich versuche jetzt auf keinen Fall dieses Mysterium verständlich zu erklären! Zu groß ist die Gefahr, daß ich das eine Zoll mit dem anderen und seinen Millimetern wieder verwechsel! Ich kann nur den Tipp geben: Hat man irgendwo ein Gewinde mit 19 mm, also 3/4" und möchte da etwas drauf drehen, darf man auf gar keinen Fall einen Fitting mit 3/4" bestellen sondern einen mit 1/2"! Wer das wirklich verstehen will, dem empfehle ich bei https://www.heima24.de/ die Seite "Umrechnungstabellen und weitere nützliche Infos rund um die Heizung" und dort das Kapitel "Zollangaben von Innen- und Außengewinde im Heizung- Sanitärbereich" zu lesen ... vielleicht wird`s dann klarer ...

pix

Sie sind hier: Global-Wanderer > Wanderer > Innenausbau > WGS > Frischwasser

Frischwasser im Wanderer

Das Frischwassersystem, WhiteWater (WW), an Bord des Wanderer besteht aus 4 Hauptkomponenten:

  1. Frischwasserzulauf durch Anschluß in der Heckgarage und Vor-Aufbereitung des WW bei Bedarf (Bypass): Das Frischwasser gelangt im unteren Leitungsplan links oben, durch den blauen "WWT Zulauf", in die WWAufbereitung (wird weiter unten noch separat beschrieben). Nach dieser ersten Aufbereitung gelangt das WW (Frischwasser) über den "WWT Zulauf" in den großen WWTank
  2. WWTank zum Bunkern des Wassers: Die Entnahme erfolgt in der Grafik unten über den grünen "WWT Zulauf" und gelangt in die
  3. WWAufbereitung um bei Bedarf (über Bypass) Verunreinigungen und Keime aus dem Wasser zu filtern
  4. Verbraucher

Alle Komponenten werden im folgenden noch gesondert beschrieben.

Leitungsplan Frischwasser

Unterschlagen habe ich noch eine schwarze Leitung links oben zwischen WWT Zulauf und -Überlauf: Dies ist ein vollkommen eigenständiger Zulauf um den BWT, den Schwarzwassertank, spülen zu können. Der Spülwasseranschluß hat keinerlei Verbindung zum sonstigem Wasserkreislauf, da hier die Gefahr einer Verschleppung von Fäkalbakterien in den Frischwasserkreislauf bestehen würde! Der BWT hat eine eigene Entlüftung. Bei der Entleerung über den 3"-Abgang dient diese Spülleitung auch als zusätzliche Entlüftung.

pix

Sie sind hier: Global-Wanderer > Wanderer > Innenausbau > WGS > Frischwasser Aufbereitung

Frischwasser-Tank-Aufbereitung (WWTA) im Wanderer

Noch bevor der erste Tropfen Wasser in den WWT, den Frischwassertank gelangt, kommen bereits 2 Vorfilterstufen:

Vorfilterstufen Frischwasser Aufbereitung

Dabei muß das Bunkerwasser (wird in der Grafik links ins System eingeleitet) grundsätzlich die erste Filterstufe, einen auswaschbaren Vorfilter aus Nylon mit 100 µm*) passieren. Dessen Aufgabe es ist, gröbere Schwebstoffe im Wasser, wie Rostflocken aus Versorgungsleitungen oder organische Teile im Wasser, zu filtern. Der nachfolgende Bypass erlaubt bei guter Wasserqualität die nächste, die 2. Filterstufe zu umgehen. Wird sie jedoch zugeschaltet, durchläuft das Bunkerwasser einen ebenfalls wiederverwendbaren Polypropylen-Vorfilter mit nur noch 10 µm, der nahezu alle Schwebstoffe im Wasser abfangen sollte.

Erst nach diesen 2 Filterstufen erreicht das Bunkerwasser den WWT, den Frischwassertank.

*) 1 µm, Mikrometer, ist nur noch ein millionstel eines Meters oder auch ein tausendstel eines Millimeters! Ein feines, menschliches Haar ist ca. 50 mal dicker als 1 µm

Die fertige Installation der Vorfilterung:

Vorfilterung Frischwasser

rot.gif

update Juli 2019

Im Zuge der Umbauten an der Frischwasseraufbereitung (siehe weiter unten) habe ich auch die Vorfilter des Frischwassertanks umgebaut. Der Bypass der 2. Filterstufe entfällt und beide Kartuschen werden jetzt durch Rohrschellen gesichert.

WWT-Aufbereitung, Version 2

Frischwasser Vorfilter im Wanderer

pix

Sie sind hier: Global-Wanderer > Wanderer > Innenausbau > WGS > FrischwasserTank

FrischwasserTank im Wanderer

Unter der hinteren Sitzbank befindet sich der Frischwassertank, der WWT, WhiteWaterTank. Er bezieht das zu bunkernde Wasser über 2 Vorfilter (s.o.) und hat ein Volumen von ca. 340 l und das ist, ja, wieviel eigentlich? Auf alle Fälle sehr viel! Wir Deutschen sind ja dafür bekannt, alles wohlfeil zu ordnen und zu systematisieren und daher gibt`s auch eine sog. "Normbadewanne" ... und die faßt 140 l, d.h., mein Frischwassertank bunkert fast zweieinhalb deutsche Normbadewannen! Also wirklich verdammt viel! Daher gleich die Antwort auf die Frage "warum so ein Riesentrumm"?
Also: Die beträchtliche Größe des Tanks ergibt sich aus der Forderung, eine möglichst große zeitliche Reichweite zu realisieren - wochenlange Unabhängigkeit von jeder Ver- und Entsorgung war eine selbstgesteckte Bedingung in meinem Lastenheft. Erfahrungswert aus bisherigen Fahrten: bei normalem Verbrauch, ohne exzessive Sparbemühungen aber auch ohne Gebrauch der Dusche reichen bei mir allein 100 l Frischwasser für ca. 6 - 7 Tage. Daraus folgt, daß ich mit der jetzigen Kapazität eine Reichweite von mindestens 3 Wochen habe!
o.K., das ist die Theorie, bleibt immer noch die Frage nach dem Warum? Antworten dazu: Reichweite = Sicherheit = Freiheit!

  1. Sicherheit! Noch einmal: Der Wanderer bewegt sich so manches mal in Gebieten mit sehr weitläufiger Versorgungs-Infrastruktur und hier ist Reichweite = Sicherheit!
  2. Sicherheit! Eine Panne oder z.B. Festfahren im Sand bedeutet u.U. einen ungeplanten Aufenthalt und hier ist Reichweite = Sicherheit!
  3. Unabhängigkeit! Ich fahre nicht nach Fahrplan sondern nach Gefallen - will heißen: Die schönsten Plätze zum Verweilen sind im Vorfeld nicht bekannt und geplant, sondern "erscheinen" unerwartet! Reichweite bedeutet hier die Freiheit, an einem Traumplatz auch tagelang stehen bleiben zu können ohne den ständigen Druck, Nachschub bunkern zu müssen. Beim Höhlentauchen gilt die Regel: 1/3 des Luftvorrats für den Tauchgang, das 2. Drittel für den Rückweg und das letzte Drittel als Reserve. Diese lebenswichtige Regel muß nicht skavisch auf Touren im Offroad, im Backcountry übertragen werden, aber selbst einen Traumplatz im Outback sollte man deutlich vor dem letzten Wassertropfen verlassen!

update Herbst 2020: Inzwischen ist ein sehr großer Wasser-Verbraucher im Wanderer durch ein neues, ohne Wasserbedarf funktionierendes System ersetzt worden: Die Spültoilette ist gegen eine TTT, eine TrockenTrennToilette, ausgetauscht worden. Die Reichweite des Wasservorrats steigt dadurch noch einmal beträchtlich an!

Ein Wort zum "Ein-Tank-System": Etliche Selbstausbauer haben 2 oder sogar 3 getrennte Frischwassertanks verbaut. Gute Gründe dafür:

  • Kommt es zu einer Beschädigung an einem Tank, ist nur dieser davon betroffen - die Wasservorräte der funktionierenden Tanks stehen aber weiter zur Verfügung
  • muß Wasser mit schlechterer Qualität gebunkert werden, wird dadurch der gesamte vorhandene Wasservorrat mit verschmutzt. Hat man 2 oder 3 Tanks, können die unterschiedlichen Qualitäten getrennt werden

Ich habe mich gegen ein "Mehr-Tank-System" entschieden. Meine Gründe:

  • der apparative Aufwand und die Anschaffungskosten steigen enorm, wenn Tanks, Zu- und Ableitungen, Ventile und Fittinge in mehrfacher Ausführung eingesetzt werden
  • im täglichen Betrieb auf "Großer Fahrt", halte ich nach meinen Erfahrungen den logistischen Aufwand, 2 oder 3 verschiedene Tank-Füllstände und gleichzeitig 2 oder 3 verschiedene Wasserqualitäten zu managen, für nicht praktikabel
  • Beschädigungen an Tanks sind äußerst selten - Beschädigungen/Undichtigkeiten an Ventilen und Leitungsverbindungen dagegen erheblich häufiger! Werden mehrere Tanks eingesetzt, verdoppelt oder verdreifacht sich damit die Wahrscheinlichkeit von Leckagen

Einzelheiten zum zum Frischwassertank

  • Sonderanfertigung, Polyethylen (PE), geschweißt
  • Maße in mm: 800b x 850t x 500h, Fassungsvermögen ca. 340 l
  • innen liegende Schwallwand
  • Anschlüsse s.u.

Komponenten des Frischwassertanks

Komponenten des Frischwassertanks:

  1. In der Grafik ist links (rot) der Überlauf. Beim Befüllen des Tanks wird dieser Schlauch, der im Reisebetrieb durch eine Gewindekappe verschlossen ist, geöffnet und nach außen geführt. Er dient dabei als zusätzliche Entlüftung um Überdruck im Tank zu verhindern. Wird der Tank überfüllt, kann hier das Wasser ablaufen.
  2. Gleich rechts neben dem Überlauf wird ein 2. Schlauch (rot) aus dem Tank geführt: Bei der Wasserentnahme aus dem Tank kann hier Luft nachströmen und einen Unterdruck im Tank vermeiden. Damit bei heftigen Geländeritten hier kein "Spritz"-Wasser austritt, ist die Entlüftung 40 cm nach oben in den Bettkasten geführt
  3. Wieder eine Position weiter nach rechts -im Bild grau- ist der Tankzulauf zum Befüllen. Er bezieht sein Wasser aus den vorgeschalteten Vorfiltern
  4. Auf der Tankoberseite ist links oben in der Mitte eine kleine Bohrung für den Tankgeber
  5. rechts daneben (auch grau) eine große Wartungsöffnung in der Tankoberseite
  6. ganz oben rechts (blau) der Schlauchnippel zur Wasserentnahme über die Pumpe. Unterhalb des Nippels ist ein Steigrohr in den Tank eingeschweißt das bis kurz über den Tankboden reicht
  7. links und rechts unten sind zwei 1" Innengewinde zur Entleerung des Tanks. Der linke Anschluß (direkt an der Heckklappe) ist mit einem Blindstopfen (dauerhaft) verschlossen, über den rechten Ablauf kann der Tank über den Kugelhahn ohne die Pumpe entleert werden. Der Schlauch ist durch den Kofferboden nach außen geführt

WWT und BWT

Oben eines der seltenen Bilder der 2 großen Tanks im Koffer des Wanderer: Vorn rechts der Schwarzwassertank mit der weißen, durchscheinenden PE-Platte, in der Bildmitte hinten der Frischwassertank. Selten deshalb, weil beide Tanks später vollständig hinter den Wänden der Sitzbank verschwinden und allenfalls die Oberseite zu sehen ist.

update 2020: Die hier noch sichtbaren Spanngurte zur Arretierung der Tanks sind zwischenzeitlich längst überflüssig geworden. Der Frischwassertank ist durch den Möbelbau so gekapselt, daß er nicht mehr verrutschen oder kippen kann. Der Schwarzwassertank ist durch den Umbau auf eine TrockenTrennToilette (s.o.) ebenfalls durch einen anderen, gekapselten und wesentlich kleineren Tank, ersetzt worden.

Linkliste WWT

Teil Quelle Kommentar Preis
WWT http://www.dlkunststofftechnik.de/ Kunststofftechnik Dietmar Leyh, Unna 520,00 €
div. PP Fittinge https://www.pvc-welt.de/ Winkel, Schlauchnippel, Übergänge aus Polypropylen
div. Schläuche http://www.schlauch-profi.de/ div. Arten und Durchmesser
Kugelhahn https://www.heima24.de/ 5,59 €
pix

Sie sind hier: Global-Wanderer > Wanderer > Innenausbau > WGS > Frischwasser Aufbereitung

Frischwasser Aufbereitung (WWA) im Wanderer

Wird über die im WWTank eingeschweißte Steigleitung Frischwasser entnommen, gelangt es über die Druckwasserpumpe (mit eigenem Vorfilter) in das eigentliche Aufbereitungssystem. Nach der Pumpe folgt zuerst ein 5 Liter fassender Druckausgleichsbehälter. Hier wird bei geringer Entnahme von Wasser aus den Leitungen der Druckabfall ausgeglichen und verhindert ein ständiges Ein- und Ausschalten der Pumpe. Wird kontinuierlich Wasser entnommen, sinkt der Druck im Ausgleichsgefäß immer weiter bis bei 1,4 bar die Pumpe wieder anspringt.

Nach dem Druckausgleichsbehälter kommt noch ein Manometer um den Druck im System kontrollieren zu können. Es folgt ein 4-fach-Verteiler (1 x Zulauf, 2 x Aufbereitung, 1 x Brauchwasser) für die 2 verschiedenen Aufbereitungszuläufe sowie 1 ungefilteter Brauchwasseranschluß für die Toilettenspülung.

Danach folgt der eigentliche Aufbereitungszweig im System. Bei sehr guter Wasserqualität im Tank können alle Filterstufen wahlweise über die Bypässe (oberer Zweig "Bypass WW") umgangen werden.

Steigt die Verschmutzung des Wassers, können dann die beiden nächsten Filterstufen im System zugeschaltet werden:

Nach diesen beiden Filterstufen stehen 3 mögliche Zweige zur Verfügung:

  1. Wasser für den eigenen Trinkwasserhahn an der Küchenspüle
  2. Wasserverteilung für alle weiteren Verbraucher im System
  3. ausschließlich für die Trinkwasserentnahme kann noch eine letzte Filterstufe separat zugeschaltet werden: ein kombinierter Keramik-/Aktivkohlefilter mit nur noch 0,15 μm (0,00015 mm) Durchlaß. Diese letzte Filterstufe ist derart fein, daß -so die Theorie- alle Bakterien, ja sogar Viren aus dem Wasser ausgefiltert werden.

Frischwasser Aufbereitung

Neben der Verteilung auf die verschiedenen Zweige (im oberen Bild ganz unten) ist nach links noch ein Ablauf vorgesehen der mit einem eigenen Kugelhahn gesperrt ist. Dieser Ablauf am tiefsten Punkt der gesamten Wasserversorgung ermöglicht (neben einem Ablaß am WWT) den Ablauf aller Kreise durch einen Bodenablaß.

Das große Puzzle - gefühlte 1.000 Fittinge, Filtergehäuse, Hähne und Schläuche warten auf ihren Einbau - und sind mit bösem Lehrgeld bezahlt worden ... siehe weiter oben: Zoll ist nicht gleich Zoll ...

Puzzle aus Fittingen, Filtergehäusen, Hähnen und Schläuchen

 

gaaanz langsam lichtet sich das Chaos und macht geordneteren Strukturen Platz. Dabei wird der Boiler noch von einem sehr provisorischen Halter aus Holz in seiner Position gehalten ...

Frischwasseraufbereitung und Boiler im Wanderer

 

Stand 16. Januar 2017: Der letzte freie Blick auf die gesamte WWA. Schon bald verhindern Möbelsteher und Trennwände den Blick.
  • ganz links im Bild der WWT, an der unteren Ecke der Tankablaß
  • in der Bildmitte die 3 Filterstufen für die Reinstwasseraufbereitung
  • rechts im Bild der Boiler, der sowohl an die Wasserversorgung als auch die an die Heizung angeschlossen ist

gesamte Frischwasseraufbereitung

 

.. und daran werde ich mich nie wirklich gewöhnen können: 5 x messen, noch 5 x überlegen und dann irgendwann der Griff zum Bohrer ... die beiden Wasserablässe für den Tank (Bildmitte: kleiner, roter Iso-Stutzen im Boden) und links daneben der Systemablaß. Nicht im Bild noch ein 3. Ablaß für den Boiler-Überlauf, der immer geöffnet sein muß um die Ausdehnung bei Erhitzung sicher zu stellen.

Bodendurchbrüche im Wasserkreislauf

 

.. hier der eingebaute Zustand mit Sicht von innen mit (brauner) Trennwand zur Heckgarage:

eingebaute Frischwasseraufbereitung

 

Links hinter den jetzt eingebauten Trennwänden befinden sich noch der Boiler und die Außendusche. Letztere auch ein besonderes "must have" - ein zwingender Punkt aus meinem Lastenheft: Bei schönem Wetter gibt`s so die Möglichkeit auch außerhalb des Badezimmers eine kühle -oder auf Wunsch warme- Dusche zu genießen. Über den Brauchwassermischer kann die Wassertemperatur geregelt werden - die Absperrung des Zulaufs erfolgt jedoch über den nachgeschalteten Kugelhahn. Um beim Duschen direkt die Wasserzufuhr zu stoppen, hat der Duschkopf einen eigenen Absperrhebel. Diese Dusche habe ich während der vielen Monate in Marokko in 2020 schon oft gepriesen! In der glühenden Sonne konnte ich mir Schweiß und Schmutz bereits im Freien mit herrlich erfrischendem Wasser herunterspülen ...

Über dem Brauchwassermischer sind auch schon je eine 230 V und eine 12 V Steckdose zu erkennen - sinnvoll, um Lampen oder andere elektrische Geräte für den Außeneinsatz zu versorgen. Gerade den 12 V Anschluß benutze ich mittlerweile regelmäßig ... unter der Markise kann ich meinen Laptop so an die viel mächtigere Bordversorgung anschließen ohne nach einer 3/4 h dort mit leergezogenem Rechnerakku zu sitzen ...

Boiler und Außendusche

rot.gif

update Juli 2019

Bei der Tour im Mai 2019, Kroatien, passierte es ... der GAU, der Größte Anzunehmende Unfall! Massiver Wasserverlust im Wassersystem! Einer der Filter der Frischwasseraufbereitung spritzte zwischen Filterkopf und Kartusche Wasser und natürlich dauerte es etliche Sekunden bis ich es merkte ... und noch einmal etliche Sekunden bis die Pumpe abgestellt war! Bis dahin folgte jede Menge Wasser den Gesetzen der Schwerkraft und sammelte sich auf dem Boden unter den Kartuschen. Anders als bei einem "Duschunfall" im heimischen Badezimmer, wo Wasser einfach nur eine große Lache auf den Fliesen bildet, steht ein Fahrzeug wie der Wanderer natürlich nie wirklich völlig eben und die Lache auf dem Boden verschwindet so mit erschreckender Geschwindigkeit in jeder Bohrung, durch jeden Durchbruch und unter jeder Möbelwand ... viel, viel schneller, als ein Handtuch den GAU mindern kann!
Es folgten etliche Stunden mit Aus-, Ein-, erneutem Aus- und Wiedereinbau, Wechsel der O-Ringe ... immer und immer wieder und am Ende zeigten alle 3 Filter Undichtigkeiten! Wie konnte es nach wenigen tausend Kilometern dazu kommen? Wenn "man" es einmal weiß, ist`s eigentlich `ne Selbstverständlichkeit und mußte einfach passieren ... aber das mußten die NASA und die Entwickler des amerikanischen SpaceShuttle auch sagen ... hinterher ist man immer klüger!

Des Rätsels Lösung:

Belastung Kartusche

So eine Filterkartusche ist über 25 cm lang und faßt mehr als 1 l Wasser. Das ist mit Filterpatrone, Kartusche und Wasser deutlich mehr als 1 kg!
1 kg, welches über hunderte von Kilometern niederfrequenten Schwingungen und sogar Schlägen in allen 3 Raumachsen ausgesetzt ist ... Dabei werden die Auflageflächen zwischen Filterkopf und Kartusche sowie der abdichtende O-Ring derartigen Belastungen ausgesetzt, daß Undichtigkeiten nicht eine Frage des "ob", sondern nur noch des "wann" sind!

In der Schule sagte einer meiner Lehrer `mal: "Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!" ... und jetzt, wo die Katastrophe passiert ist, bekommt die Formulierung im Beipackzettel "die Filter sind vor Vibrationen zu schützen" eine wesentlich gewichtigere Bedeutung! Bittere und späte Erkenntnis ... In Kroatien mußte ich mein Wasser 4 Wochen lang aus Plastikkanistern beziehen, weil ich den Schaden unterwegs nicht mehr beheben konnte ...

Das sich diese Undichtigkeiten aber zu so einem GAU entwickelten, hat noch zwei weitere Ursachen! Die Nächste ist einfach nur beschämend, die Letzte beruht auch noch auf Selbstüberschätzung ...

Ursache # 2 des Gau zeigt ein Auszug aus dem weiter oben abgebildeten Prinzipbild der Wasseraufbereitung:

Auszug WWA

Die beschämende Erkenntnis nachdem der GAU eingetreten ist: Egal wie ich die Kugelhähne meiner Bypässe auch setze, das Wasser findet hinter den Hähnen an der nächsten Verbindungsstelle der Verrohrung dennoch seinen Weg in die Filter! Das wäre bei dichtem System nicht weiter schlimm, da sich kein Kreislauf ergibt und nach Volllaufen der Filter das Wasser wie gewünscht in die vorgesehene Richtung strömt. Was diese Planung jedoch nicht berücksichtigt hat: Sind Undichtigkeiten an und in den Filtern, habe ich keine Möglichkeit die Filter über die Bypässe zu umgehen! Einzige Chance: Beide Zuflüsse komplett abriegeln! Das habe ich dann auch tun müssen, ist aber damit verbunden, daß mir überhaupt kein Wasser mehr an den Verbrauchern zur Verfügung steht ... einzig meine Toilettenspülung funktionierte noch ...

Ursache # 3 des Gau war meine Selbstüberschätzung! Ich habe doch alles sooo sorgfältig gebaut, bei meinem System wird schon nichts undicht ... Denkste! Es wurde undicht und ich mußte mit schmerzhafter Erkenntnis lernen, wie fürchterlich schnell selbst die Menge einer einzigen Tasse Wasser sich ihren Weg durch alle Löcher und Spalten sucht und in wenigen Sekunden irgendwo in unerreichbaren Tiefen des Koffers verschwindet. Die Schwachpunkte meiner Selbstüberschätzung zeigen vor allem die rot umrandeten Stellen in meiner Aufbereitung: Wasserrohre sind direkt auf dem Boden montiert und laufen in Wanddurchbrüchen in die nächste "Abteilung" des Koffers. Diese Durchbrüche sind ein willkommener Weg für jede Undichtigkeit!

DSC_0002-part,Ursache

.. zudem war keine einzige Wand zur Bodenplatte abgedichtet und versiegelt gewesen. Auch hier suchte sich das Wasser also seine unheilvollen Wege ...

Was blieb, war der notwendige Komplettumbau meiner gesamten Frischwasseraufbereitung!

pix

Sie sind hier: Global-Wanderer > Wanderer > Innenausbau > WGS > Aufbereitung V 2.0

Frischwasseraufbereitung Version 2.0

Um die Fehlerquelle # 1 zu reparieren, blieb nur noch der Griff in die Kaffeekasse und die Beschaffung neuer Filter. Das nächste Bild zeigt die eingebauten, neuen Filterkartuschen. Damit der gleiche Unfall nicht wieder passiert, werden jetzt alle Filter mit großflächigen, in Gummi eingefaßten Rohrschellen gehalten und abgestützt. Da damit sowohl die Filterköpfe als auch die Kartuschen fest an der Rückwand verschraubt sind, werden Schwingungsbewegungen zwischen Filterkopf und Kartusche unterdrückt. Ganz einfach, wenn man erst einmal auf die Ursache seiner Probleme und eine Lösung gestoßen ist ...

Befestigung der Filterkartuschen in der Aufbereitung

Nächste Fehlerquelle (# 2) war die Konstruktion meiner Bypässe. Hier mußte ich also die komplette Verrohrung neu konstruieren: Der Weg durch die Filter endet nunmehr ausschließlich am separaten Trinkwasserhahn der Küchenspüle und hat keine Verbindung mehr zum Bypass. Eine Absperrung eines Weges, entweder Bypass oder Filter, sperrt damit komplett den jeweiligen Weg. Sind beide Hähne offen, kann das Wasser sowohl alle "sonstigen" Verbraucher", als auch den Trinkwasserhahn erreichen. Zusätzlich können die "sonstigen" Verbraucher" über die Verteilerhähne (in der Grafik unterhalb der Filter) einzeln gesperrt oder geöffnet werden.

  • Angenehmer Nebeneffekt der Version 2.0 ist das deutlich unkompliziertere System, welches zudem noch das vollständige Leerlaufen (Ablauf um die Leitungen wasserfrei zu machen = Winterfestigkeit) über die Bodendurchbrüche erleichtert.
  • Weiterer Nebeneffekt ist die größere "Arbeitsfreiheit" über den Filtern - in den Filterköpfen sitzen nämlich Schrauben um die Filterkartuschen beim ersten Volllaufen zu entlüften. Diese Entlüftungsschrauben konnte ich in der Version 1 selbst mit Kurzschraubendrehern, "Knubbeln", kaum öffnen und schließen, da direkt über den Filterköpfen die Bypassleitung verlief.
  • 3. Nebeneffekt ist die größere "Arbeitsfreiheit" unter den Filterkartuschen. Beim Öffnen der gefüllten Kartuschen konnte ich bisher kaum eine Plastikschüssel unter die Filter setzen. Dabei ist es unvermeidlich, daß die im Filterkopf sitzende "halbe Tasse Wasser" beim Filterwechsel immer an der Kartusche entlang nach unten läuft ...

Der neue "Schaltplan", Version 2.0, meiner Frischwasseraufbereitung:

Frischwasseraufbereitung im Wanderer, V 2.0

Das folgende Bild zeigt die Frischwasseraufbereitung nach dem Umbau und noch vor der Montage der Abschlußwand zur Heckgarage. Zu sehen sind auch die beiden Seitenwände, die jetzt bündig mit dem Kofferboden abschließen. Sämtliche Rohrdurchbrüche liegen oberhalb des Bodens. Nach Einsetzen der Rückwand ergibt sich damit für die gesamte Installation ein geschlossener Kasten, in dem austretendes Wasser zurückgehalten wird. Alle Bodendurchbrüche sind ebenfalls dauerelastisch versiegelt, damit auch hier kein Wasser zwischen die Bodenlagen eindringen kann.

Frischwasseraufbereitung im Wanderer, V 2.0

pix

Sie sind hier: Global-Wanderer > Wanderer > Innenausbau > WGS > Linkliste WWA

Linkliste Trinkwasseraufbereitung (WWA)

Teil Quelle Kommentar Preis
AluVerbundRohr DN 10 16 x 2 mm eBay www.solarheizungsshop.de; 50 m rot isoliert + 25 m blau 97,35 €
div. PP Fittinge https://www.pvc-welt.de/ Winkel, Schlauchnippel, Übergänge aus Polypropylen
div. Schläuche http://www.schlauch-profi.de/ div. Arten und Durchmesser
Kugelhähne https://www.heima24.de/ 5,59 €/Stück
Filter, -Gehäuse http://shop.purway.de/ Gesamtpreis für alle Gehäuse und Filter 214,10 €
Shurflo LS4242 www.regenwasser.com 149,75 €
div. EURO-Konus Fittinge www.solarheizungsshop.de
Manometer www.heima24.de/ 5,89 €
4-fach Verteiler eBay 22,00 €/Stück
Boiler http://www.marine-sales.de/ Isotemp Slim 15 Warmwasserboiler 398,00 €
Druckausgleichsgefäß eBay 24,40 €
Brauchwassermischer eBay 53,20 €
Duschkopf vorhanden Gardena System
pix pix